E 220 CDI T-Modell. Mit den neuen E-Klasse-Kombis von Mercedes macht es Spaß, den Kofferraum vollzupacken.
WIEN. Es gibt wenig Schlimmeres, als mit der Familie auf Urlaub zu fahren. Um das nicht falsch zu verstehen: Die Kinder sind lieb, die Frau ist geduldig - aber das Gepäck halt.
Dimensionen, die mehr an eine Übersiedlung in die USA erinnern als an einen Kurzurlaub in Österreich. Ein Kinderwagen für die Kleine muss mit, das Fahrrad für die Große, eine Tasche mit Spielzeug, eine gut gestopfte Tasche mit Kinderkleidung (kaum zu glauben, wie oft sich die Kleinen umziehen müssen), dazu ein paar Sachen für die Frau und die Zahnbürste für den Mann. Und das muss alles in ein einziges Auto.
Gut, dass Mercedes jetzt die T-Modelle für die neue E-Klasse vorgestellt hat. Mit dem dynamisch-eleganten Kombi kann man auch in der oberen Mittelklasse standesgemäß einen mittleren Haushalt transportieren. Denn mit Hilfe des neuartigen Fondsitz-Systems verwandelt man den Fünfsitzer mit wenigen Handgriffen in einen Vier-, Drei-, Zwei- oder Einsitzer (!).
Was an Passagieren fehlt, gewinnt man an Transportvolumen. Der Laderaum des Zweisitzers bietet locker Platz für eine Ikea-Couch - oder, eher wahrscheinlich in dieser Preisklasse, für den sicheren Transport eines Architekturmodells. Als Einsitzer - die Lehne des Beifahrersitzes wird waagrecht nach vorne geklappt, hat man 3,20 Meter Länge zur Verfügung genug - für ein Surfbrett oder das Hochhaus-Modell von Wien-Mitte. Maximal 1950 l Ladevolumen bietet das Modell.
Mitgedacht haben die Stuttgarter beim Verstauen von kleineren Gegenständen. Einmal kann man den Laderaumboden hochklappen, darunter verbirgt sich eine Plastikablage mit abgeteilten Fächern (serienmäßig für Elegance- und Avantgarde-Ausstattung). Zweitens erhält man als Sonderausstattung das Easypack-Fixkit (283 Â), das Teleskopstangen, Festzerrschrauben und Gurte beinhaltet. Damit lassen sich bewegliche Dinge im Laderaum fixieren. Nett die Spielereien: Die Laderaumabdeckung bewegt sich automatisch nach oben, wenn man die Heckklappe öffnet; der Boden ist ausfahrbar (Sonderausstattung um knappe 1000 Â); die Heckklappe (hydraulisch angetrieben) schließt selbst. Muss man einmal eine halbe Fußballmannschaft befördern, gibt's eine nette, kleine Kinderüberraschung ebenfalls als Sonderausstattung (ab knapp 1000 Â): Eine dritte Sitzbank (bis 50 Kilo), die man aus dem Ladeboden zaubert, inklusive Getränkehalter.
Das war, was das Transportieren zur Freude macht. Das Fahren bedarf keiner Schwärmerei. Da gilt der alte Werbespruch, dass nur ein Mercedes ein Mercedes ist: Ein elektrohydraulisches Bremssystem mit Stau- und Anfahrassistent; Niveauregulierung mit Luftfedern; adaptive Airbags für die Frontpassagiere; Scheinwerfer, die "mitlenken" und so Kurven ausleuchten.
Getestet wurde der E 220 mit einem 150 PS-CDI-Diesel mit 2148 cm3 Hubraum, der den 1785-Kilogramm schweren Kombi am Anfang zwar etwas zögerlich, ab 2000, 2500 Umdrehungen aber recht sportlich beschleunigt.
Kritisch anzumerken ist bei einem Auto, das bei 44.000 Euro beginnt und in dem man eine mittelgrosse Wohnung transportieren kann, dass man als Fahrer mit einer einfachen Getränkedose hilflos überfordert ist. Für die gibt es nämlich keine Halterung - ein Cupholder ist Sonderausstattung (rund 40 Euro).