Tausende Passagiere könnten für alle US-Inlandsflüge gesperrt werden.
WASHINGTON. Die Sicherheitsvorkehrungen für inneramerikanische Flüge, die nach dem 11. September 2001 deutlich strenger wurden, werden weiter verschärft. Jeder Flugpassagier soll überprüft werden, um das Risiko, das von ihm ausgeht, festzustellen. Dann wird Passagieren ein Farbcode zugeteilt: Grün, gelb und rot. Wer rot eingestuft wird, darf nicht fliegen.
Wie die Tageszeitung "Washington Post" unter Berufung auf nicht genannte Personen in der Flugsicherheitsbehörde berichtet, könnte das Programm, das für alle US-Inlandsflüge gelten soll, bereits im Sommer 2004 umgesetzt werden. Konkret sollen Fluggesellschaften alle Daten ihrer Passagiere - jeden Tag gibt es rund 30.000 Flüge - an die Flugsicherheitsbehörde übermitteln. Dort finden dann zwei Überprüfungen statt.
Zur Abklärung, ob der Passagier der ist, der er angibt zu sein, sollen private Datenbanken herangezogen werden wie jene von Kreditkartenfirmen oder Lebensmittelketten. Anhand der Einkaufs- und Fluggewohnheiten errechnet ein Computer die Wahrscheinlichkeit, ob die Angaben zur Person stimmen. Dann werden die Namen mit Datenbanken der Regierung, Fahndungslisten und Informationen der Geheimdienste abgeglichen. Aus diesen Daten, kombiniert mit Abflug- und Zielort, Begleitern und der Art des Ticketkaufs, folgt ein Farbcode. Wer "gelb" erhält, muss zusätzliche Befragungen und Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen. Wer "rot" eingestuft wird, darf nicht fliegen, wird verhört und möglicherweise festgenommen.
An dem Vorhaben gibt es massive Kritik. Tausende etwa einmal wegen Körperverletzung Verurteilte könnten für Flüge gesperrt werden. Schon jetzt gibt es in den USA geheime "No-Fly"-Listen. Die Betroffenen haben keine rechtliche Möglichkeit, eine Streichung zu fordern oder die Gründe zu erfahren, warum sie auf der Liste sind.