Mit der Uni startet auch die Spielsaison. Aber Vorsicht: Das gesellige Zusammensein ist nicht so harmlos.
Wien. Ein verregneter Abend, schlechtes Fernsehprogramm und kein "Festl", für das sich der Weg nach draußen lohnt - die idealen Voraussetzungen für einen Spiele-Abend in überschaubarer Runde. Doch die Gemütlichkeit hat so ihre psychologischen Tücken, vor allem wenn jemand wie Arno Steinwender mit am Tisch sitzt. Da gerät die Antwort auf die harmlose "Was wollt's denn spielen?"-Frage leicht zum Charakter-Bekenntnis.
Prinzipiell könne man drei Spieler-Typen unterscheiden, erklärt Steinwender, Gründer einer Spiele-Homepage und wie die meisten Spiele-Erfinder ("Venga-Venga"). Mathematiker: "Erstens, der Stratege. Er bevorzugt Taktik-Spiele und will sich nur auf sich selbst verlassen." Sein Gegenstück, so Steinwender, sei "der Glücksspieler": Ihn reizt der Zufall, sprich das Würfelglück. Typ Nummer drei, dem "Kommunikativen", geht es ums Innenleben seines Gegenübers: Er mag verräterische Spiele wie "Tabu".
Natürlich gibt es Typ-Mischungen und Schattierungen. Keinen Anhaltspunkt bietet übrigens die Studienrichtung: "Dass Germanistik-Studenten lieber kommunikative Spiele spielen, bezweifle ich stark", meint Steinwender. Spielen sei eben Charaktersache. Psychologische Hintergedanken liegen derzeit überhaupt sehr im Trend. Die Zeit der geschichtlich fundierten, langwierigen Spiele la "Siedler von Catan" scheint vorbei, die der kommunikativen Party-Spiele wie "Nobody is perfect" hingegen (wieder) angebrochen. Kurze Spielanleitung und Gruppen-kompatibel lautet das Gebot der Stunde. Bewertung und Beschreibung von Spielen gibt's kostenlos auf www.spieletest.at.
Der Tipp zum Spiel
Was aber tun, wenn die Mitspieler fehlen? Dann ist das Caf© Goldener Engel (Erdbergstraße 27, 1030 Wien) ein guter Tipp. Drei Mal im Monat initiiert Dagmar De Cassan, Leiterin des traditionsreichen "Wiener Spiele Kreises", dort ein verspieltes "get-together" . Gegen einen Abendbeitrag von 3,50 Euro kann man von 18 Uhr bis etwa Mitternacht die Novitäten der Saison testen. Um Voranmeldung (unter Tel. 02216-7000) wird gebeten. Studierende stellen zirka ein Drittel der rund 40 Mitspieler (www.spielen.at).