(Alp-)Träume, bitter-süß

STAR-AFFÄREN GEHEN NUR IM TV GUTA
ch wie schön! Zu schön. Ein junges Fräulein, blond, aber nicht blöd, und mit einem guten Herz angelt sich einen Popstar. Wenn das Leben solche Geschichten schon nicht schreibt - TV-Autoren tun es und stricken daraus ein bitter-süßes Drama. "Heimliche Küsse" (ORF 1) zum Beispiel: Ein knuddeliger Softie aus einer laut umkreischten Boyband verliebt sich in eine hübsche Hotelangestellte, die eigentlich gar keinen Freund haben will, weil sie der Meinung ist, sich ganz und gar ihrer Schwester widmen zu müssen, die im Rollstuhl sitzt.

Die zaghaften Avancen, begleitet von Austern und Champagner, fruchten aber doch: "Ich will nur einen schönen Abend, bei dem wer mit mir spricht, ohne mir ständig ein Mikro unter die Nase zu halten." Wow! Der Kerl hat was drauf. Und ist dabei so ganz anders als jene, die die Klatschspalten füllen: Die koksen, saufen, sind sexbesessen, stopfen Antidepressiva in sich und wechseln die Frauen so rasch wie die Autos.

Und Tom? Der fährt zwar auch eine Angeber-Karosse - kutschiert damit aber die Schwester zum Besuch des elterlichen Grabs. Der zieht sich auch die weiße Brise in die Nase - aber nur, weil er sich mit seiner Alex verkracht hat. Und die hysterischen Fans schaut er nur an, weil er darin ein Gesicht sucht - ihres. Genau so sehen sie aus, die Träume, die auf Boygroups und Girlie-Wunder projiziert werden. Das malen sich die Fans aus, wenn Tränen der Sehnsucht abgegriffene Teenie-Heftchen tränken und Poster an Schranktüren geklebt werden. Erfüllt werden solche Träume nicht. Gut so. Weil ein Traum am gleißenden Parkett der Stars und Sternchen allzu rasch zum Alptraum werden kann.

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