DER ORF ZEIGT, WIE SCHNELL MAN VERGISSTS
chon sind sie wieder verges sen. Wer kann noch alle Star maniacs aufzählen? Nein, nicht den Gewinner Michael T., der mittels akustischem Weichspüler die Teenie-Herzen überschwemmte und der sich und seine Stimmbänder an eine Kartoffelchips-Marke verkauft hat. Aber wer kennt noch Thomas, Markus oder Beate? Donnerstagabend standen sie wieder auf der Bühne.
Wie einst, mit Arabella Kiesbauer, bei der man nicht weiß, ob man sie lieber nicht reden hört (wenn sie die gewagt gekleidete Vera als "Leckerbissen" feil bietet) oder nicht singen (denn wieder tat es in den Ohren weh: "Fame", im Duett mit Michael). Diesmal mussten die selbstgestrickten ORF-"Stars" aber nicht nur sich selbst verkaufen, sondern auch ein wenig Designer-Mode, einige ausgewählte Markenprodukte - und die heimische Werbebranche. Dieser galt nämlich der Abend. "Top-Spot", so heißt die jährliche Show, in der das Publikum seinen Lieblings-Werbespot küren darf und der ORF die Kreativen und ihre Auftraggeber öffentlich bauchpinselt. Sich selbst natürlich auch.
Da ist es wohl kein Zufall, dass der im vorhergehenden "Millionen-Show"-Special ausführlich gewürdigte Armin Assinger als "Werbeliebling" des Jahres geehrt wurde. Wie sagte Kiesbauer noch? "Die Jury hatte gar keine andere Wahl." Weshalb wir den Sympathieträger Armin, die hüpfenden Starmaniacs, die strahlende Arabella sicher noch oft im ORF sehen werden. Das ist das Prinzip, nach dem Fernseh-Berühmtheit heute abläuft: hochjubeln, ausquetschen, vergessen. Starmania sucht bereits nach frischem Stimmmaterial zum Verheizen. Doch auch der "Next Generation" wird es nicht besser ergehen.