GUTER WITZ IST RAR - EIN PREIS-VERGLEICHW
itzig ist witzig. Und wenn man auf keinen komi scheren Namen kommt, dann nennt man halt eine Sendung so. Das freut die Kalauer-Produzenten, die in den Spaß-Fabriken wie am Fließband produzieren, denn: Wenn Comedy drauf steht, muss gelacht werden. Montagabend war auf ProSieben so ein Tag. Damit auch ja nichts schief gehen konnte, ließ man für "Witzig ist witzig", die Einstimmungs-Show zur Comedy-Preisverleihung, alle antanzen, über die man in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten je gelacht hat - von Otto Waalkes (mit seinem ewigen buy - Guten Einkauf!") bis Karl Dall. Die Jüngeren wie Stefan Raab und Michael "Bully" Herbig wurden mit komödiantischen Jugendsünden konfrontiert und durften sich dafür lustig schämen ("Ich glaub' ich werd' bekloppt!").
Dann überließen die, die sich als Blödel-Barden und Kalauer-Hauer längst mehr als leere Brötchen verdienen, das Feld den Newcomern, die um den "Comedy Hot Shot 2003" witzelten. Schwer, das Publikum in wenigen Minuten stimmungsmäßig von Null auf wenigstens einen zahmen Fünfziger zu bringen. Dafür braucht es mehr als müde Friseur-Animositäten der Freundin oder den mäßig anregenden Vergleich der eigenen Pickel mit roten Vulkanen.
Bezeichnend allerdings, mit welch blamablem Blödsinn es dann einer doch schaffte, dass das Publikum über ihn lachte: Der wie ein aufgezogener Struwwelpeter palavernde Konrad Stöckel (den Namen muss man sich nicht merken), ließ die Hosen runter, steckte sich einen Kracher zwischen die Po-Backen und ließ ihn zünden. Gejohle im Saal. So schaut sie also aus, die Zukunft der Lach-Branche: traurig.