Salzburg, Sauna und ein stilles Örtchen

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ieder einmal eine schmähliche mediale Niederlage für den Denkmalschutz Montag Nacht. Da hätte im "Treffpunkt Kultur" breit das Weltkulturerbe Salzburg diskutiert werden sollen - doch kein Hochhaus wollte sich schnell bedrohlich aufrichten. Ein anderes exponiertes Gebilde warf seinen langen Schatten bis ins Salzburger Landesstudio, von wo das Festspiel-Special des ORF übertragen wurde. Also gab sich der "Treffpunkt" flexibel - ja, richtig aktuell, entsagte dem Denkmalschutz und schickte Kulturlady Barbara Rett in die schwammigen Tiefen der Spaß-Kunst. Nur, so richtig lustig wollte es nicht werden.

Nach einem kurzen, aber detaillierten Beitrag über Gelatins "Arc de Triomphe" hatten drei Studiogäste Gelegenheit zur öffentlichen Erregung. Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SP), der dem Plastilin-Mann die Sauna im Holzkobel verordnete, war der logische Kandidat. Die Künstlergruppe vertrat vielsagend ihr Wiener Galerist Christian Meyer. Und Isolde Charim sollte die Emotionen wohl juristisch abfangen. Keine kriegerische Agnes Husslein, keine traurigen Gelatin-Augen blickten in die Kamera. Sicher ein Verlust. Die Diskussion blieb zahm, wie es der "Treffpunkt"-Seher gewohnt ist.

Auch beim nächsten Studiogast, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, verliefen Barbara Retts sachte Provokationen in ausgesuchter Höflichkeit. Den leichten Vorwurf wegen des finanziell ins Wackeln geratenen Kompositions-Auftrags an Olga Neuwirth wiegelte Rabl-Stadler charmant ab, ein Nachhaken brauchte sie nicht zu fürchten. Nur die Schlussfrage nach der Ungerechtigkeit eigener Sponsoren-Toiletten stach grell peinlich heraus. Rett blieb am Ende nur noch, zu versichern, dass sie nicht vor hatte, Prince Charles aufs stille Örtchen zu folgen. Fast schon wieder lustig.

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