Wo beginnt der Himmel? Vielleicht am Horizont vor der Küste Südafrikas. Ganz sicher an der Seite einer sympathisch lächelnden Frau! Gabriel Barylli lässt das Philosophieren nicht. Er tat's als Romancier ("Wo beginnt der Himmel?" erschien Anfang des Jahres), nun tat er's als TV-Regisseur. "Das Licht von Afrika" erglühte verheißungsvoll am Firmament des ORF-Hauptabends, erwärmte das Herz ebenso wie den reichlich gefüllten Schmalztiegel und ließ beide übergehen.
Mit Geschichten, die das Leben nie schreibt. Niemand erbt eine strahlend weiße Farm im sonnig grünen Südafrika samt lebendem Inventar, weil er so ein guter Mensch ist. Keiner schenkt einem jungen Löwen die Freiheit und der kehrt wie ein Schoßhündchen zum Kuscheln zurück. Und aussteigen tun die meisten auch nicht, wenn sie es sich auch noch so gerne in ihren Träumen ausmalen.
Ausgemalte Träume - das ist es, was Barylli da dem Publikum vorführte. Eine Mischung aus Rosamunde Pilcher (nur heißer) und Forsthaus Falkenau (nur gemeiner). Der Förster (Christian Wolff) mutierte zum Augenspezialisten (Professor Markus Stefan), der sich am Kap gute Hoffnungen machte. Natürlich handelte es sich bei ihm (wie schon in Falkenau) um einen grundehrlichen, grundgescheiten, grundsoliden Mann - einfach sauber, dieser Typ.
Weil Saubermänner im Fernsehen aber leicht Gefahr laufen, Fadesse hervorzurufen, durfte der nette Typ durch eine turbulente Story stolpern - samt karrieregeiler Lebensgefährtin, aufständischen Landarbeitern, betrügerischem Gutsverwalter und Kidnapping. Ein bisschen von allem, leicht geschüttelt und am herrlichen Strand Südafrikas dem Publikum vor die Füße geschüttet. Eigentlich ein garantierter Knüller. Hätte man nicht das Gefühl gehabt, das alles schon -zigmal gesehen zu haben . . .