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rauen - wozu wir uns diesen Sommer wirklich zu gut sind: Um für Dieter Boh len als "Konstante" in seinem Leben her zuhalten - immerhin Begründung genug für den blonden Barden, seine dritte Eheschließung in den rauschenden, bunten Blätterwald zu posaunen. Auch William N. Copley, dessen schlüpfrige Fantasien gerade die Wiener Bawag Foundation (Tuchlauben 7a, Wien 1) ausstellt, ist in Geschlechterfragen nicht zimperlich: Frauen dienen ihm als glitschige Illustrationen für seine "Männerwitze".
Und noch ein weiterer Künstler, Deutschlands Malerfürst Jörg Immendorff, tappte vor zwei Tagen ziemlich tief in die gähnende Macho-Klischee-Falle: Umgeben von einigen Linien Kokain und sieben ebenso gebrauchsfertigen Damen traf ihn die Polizei in einer Düsseldorfer Luxus-Hotelsuite an. Zwei weitere Prostituierte rauschten noch während der Untersuchung herein. Peinlich - und vor allem: Anklage wegen Drogenbesitz.
Genug von Testosteron also - Girlpower! Die Rettung: Eine "lebensbejahende Reanimationsshow" versprechen die Schwestern Brüll heute abend im Stadtbahnbogen-Lokal "B72". Aktionismus mit den drei "revolutionären Jungfeministinnen", die sich wieder Gäste eingeladen haben, ganz nach dem Motto: "Scheitern als Chance". Ziemlich grell, flippig und mutig. (Hernalser Gürtel, Bogen 72, 21 Uhr)
Märchenhafter Ruhepol dagegen, der "Schattengarten" des Theaters ohne Grenzen, der von heute an die nächsten zwei Wochen wieder sein Sesam öffnet. Auch hier herrscht eine starke Frau: Martina Winkel entführt mit ihrem fantastischen Schattenspiel in Liegestühle und zu kühlen Cocktails. (Zieglergasse 34a/2, Wien 7, Tel.: 0699/15107192)
Wunderschön unangepasst schwebt heute im Schloss Neugebäude Valerie Golino über die Freiuftleinwand: In "Lampedusa" hält sie ein ganzes Fischerdorf zauberhaft in Atem, treibt die Liebe ihres Mannes auf die Klippen und fängt uns ein in ihr Netz der charmanten Unberechenbarkeit. (Meidlgasse, Wien 11, 21h).