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ehen Sie es als Einstimmung für Allersee len oder Halloween - je nachdem, ob Sie für Kürbis-Bauern oder Floristen spenden wollen. Heben Sie doch einfach ab oder tauchen Sie weg, solange Sie noch können. Wer keine Karten mehr für David Bowie bekommen hat, der heute in der Stadthalle endlich auch wieder einmal mit einigen alten Hits entführt, der muss sich einen Weg zu den Glittersternen eben selbst erträumen. Verspielte Anleitungen dafür gibt es im Atelier Augarten, wo der Star der belgischen Kunstszene, mit dem rhythmisch-ratternden Namen Panamarenko, erstmals in dieser Ausführlichkeit in Österreich vorgestellt wird. Alles schwebt hier, alles fliegt hier oder schwimmt. Obsessiv bastelt der Antwerpener Kult-Künstler seit den 70er Jahren Behelfe zum Abheben, UFOs, Flatter-Apparate, Düsen zum Umschnallen, etc. (Scherzergasse 1a, Di. bis So. 10-18 Uhr).
Die passende Lektüre dazu, die sich sowieso für jede Lebenslage empfiehlt, ist Juli Zehs "Adler und Engel", wo der Mond wie eine Aspirin-Tablette aufgehen darf - und sich auch sonst alles in einer rauschend-rasenden Atmosphäre von Halluzinationen, Drogen, verruchter Liebe abspielt. Die Hälfte des Buchs spielt immerhin in Wien, wo die junge Schriftstellerin und Juristin aus Leipzig, die mit ihrem Debüt den Rauriser Literaturpreis 2002 gewonnen hat, einen Sommer lang im WUK als Kellnerin jobbte.
Das Beisl hier ist zwar auch eine immer gut besuchte Alternative zum Abtauchen, dem mutigen Stil-Anarchisten aber, der sich auch in einer wunderlich-verstaubten Welt aus Spitzenvorhängen, dunkelroten Samt-Sitzgruppen und putzigen Blumen-Stillleben auf Marmortischchen wohlfühlen kann, sei das Konzertcafé Schmid Hansl (Schulgasse 13, Wien 18) ans nostalgische Herz gelegt. Ein gestrenger Oberkellner, ein großartiger Quetschen-Spieler, manchmal auch ein Sänger oder ein paar Verirrte aus dem Ensemble der Volksoper vielleicht, unterhalten sich hier vor allem selbst bis in den frühen Morgen hinein. Hier heißt es dann endgültig - Bodenhaftung, ade.