Immobilien gelten als solide Wertanlage. Höhenflüge darf man sich keine erwarten. Ein Überblick über die Möglichkeiten, Geld in Wohnungen, Büros und Geschäfte zu investieren.
Die Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten hat solidere, weniger "sexy" wirkende Anlageformen wieder ins Blickfeld rücken lassen. Niedrigerer Ertrag, der dafür sicher, lautet vielfach die Devise. Immobilien sind seit jeher prädestiniert für dieses Anlageverhalten.
Das hat auch seine Berechtigung. Zeigt doch die Erfahrung, daß Immobilien im langjährigen Durchschnitt im Wert steigen. Zusammen mit den Mieteinnahmen kann da eine beachtliche Rendite herauskommen.
Eine sichere Bank ist ein Investment in Immobilien freilich nicht, Vorsicht ist angesagt. Nicht alle Immobilien entwickeln sich gut. Die Lage, die Bauqualität und die Verträge mit den Mietern - das sind die wesentlichen Kriterien, die über Erfolg und Mißerfolg des Investments entscheiden. Und da können sich für den Investor schmerzhafte Fallen auftun: etwa, wenn teure Renovierungsarbeiten notwendig werden, wenn Mieter nicht mehr zahlen, oder wenn sich die Qualität des Standorts plötzlich verschlechtert.
Wer sich trotzdem nicht abschrecken läßt, dem stehen eine Reihe von Optionen zur Verfügung, wie man in Immobilien investieren kann: Die klassische Form in Wien ist der Kauf eines Zinshauses. Dies erfordert freilich besonderen Mut, muß man dabei doch auch mit besonderen Risken rechnen. So ist man gut beraten, sich vor dem Kauf von einem Baufachmann gut beraten zu lassen. Plötzlich notwendige Reparaturarbeiten können den Erlös deutlich schmälern. Dafür bietet das Zinshaus auf der anderen Seite erhebliche Ertragschancen für geduldige Investoren: Sie müssen nur darauf warten, daß die Altmieter "heraussterben". Wenn Altmietverträge - die meist zu extrem niedrigen Konditionen abgeschlossen wurden - auslaufen, kann deutlich mehr lukriert werden.
Wer für ein Zinshaus nicht genug auf der hohen Kante hat, kann es auch mit einer Eigentumswohnung versuchen. Vor allem Wohnungen älteren Baujahrs sind derzeit eher billig zu haben. Ein- bis Zweizimmerwohnungen lassen sich gut vermieten und bieten ein interessantes Verhältnis zwischen Investment und Ertrag. Aber auch hier gilt: Die Bauqualität entscheidet. Gerade ältere Wohnhäuser müssen oft aufwendig renoviert werden. Dazu muß man sich geeignete Mieter suchen - und hoffen, daß diese dann auch die Miete zahlen.
Neben diesen selbstgestrickten Varianten des Investments gibt es auch professionell aufbereitete: Da ist zunächst die Vorsorgewohnung. Eine Reihe von Bauträgern bietet kleinere Wohneinheiten in ausgezeichneter Lage an. Diese Wohnungen sind ausdrücklich nicht zum Eigengebrauch gedacht, sondern zur Vermietung. Die Anbieter schnüren gleichzeitig ein Steuerpaket, das den Ertrag optimiert. Die Idee dahinter: In der Zeit des aktiven Arbeitslebens, wenn man hohe Einkommensteuern zahlt, wirft die Wohnung aufgrund der Anfangsinvestition steuerliche Verluste ab. In die Gewinnzone kommt das Investment erst nach rund zwanzig Jahren, wenn sich der Käufer im Pensionsalter befindet und sich in einer niedrigeren Steuerstufe befindet. Die angebotenen Renditen von rund fünf bis acht Prozent setzen sich aus den Mieterträgen, der steuerlichen Behandlung sowie einer fiktiv angenommenen Wertsteigerung der Immobilie zusammen.
Unterschiedlich ist die Vorgangsweise bei der Vermietung der Wohnungen. Während einige Anbieter einen Mietpool anbieten, also alle Käufer an den Mieteinnahmen des gesamten Hauses partizipieren lassen, profitiert man bei anderen nur von den Mieterträgen der eigenen Wohnung und trägt somit das volle Vermietungsrisiko.
Will man nicht selbst Eigentümer eines Objektes werden, so bietet sich die Beteiligung an einer Immobiliengesellschaft an. Auch hier gibt es wieder verschiedenste Möglichkeiten.
In Österreich gebräuchlich sind Immobilien-Aktiengesellschaften sowie Genußscheine. Immo-AG betreiben professionell den Kauf und die Verwaltung von Bürohäusern, Wohnungen und Geschäftslokalen. Risikofrei ist auch diese Veranlagung nicht. Zum einen bemißt sich der Wert der Aktien nach dem Börsenkurs, und der kann bekanntlich auch deutlich nach unten gehen. Zum anderen besteht die Gefahr, daß die Träger der Gesellschaft, meist Banken, dort ihre Ladenhüter parken - zum Schaden der Anleger.
In Österreich noch nicht erlaubt, aber in Deutschland bereits sehr beliebt, sind Immobilienfonds. Bei diesen richtet sich der Wert der Anteile nach dem Wert der im Fonds gehaltenen Immobilien - und der wiederum wird von Schätzgutachtern bestimmt.