DIE "PRESSE"-MEINUNG
Die desaströse Lage des deutschen Grundig-Konzerns könnte nun doch Auswirkungen auf das Wiener Werk haben (siehe Seite 27). Die Fernseher-Produktion mit rund 1000 Mitarbeitern ist ernstlich gefährdet. Die SPÖ hat dies als Wahlkampfthema entdeckt. Ein Werksbesuch von Alfred Gusenbauer und ein Angebot des Wiener SP-Finanzstadtrates Sepp Rieder deuten in diese Richtung. Rieder will einen nicht näher definierten Millionenbetrag für "Ausbildungskosten" locker machen, sollte die Entwicklungsabteilung nach Wien übersiedeln. Ein Beispiel für die neue alte Politik der SPÖ, Arbeitsplätze zu kaufen? Man sollte fair bleiben: Auch die Regierung hat Magna und das Opel-Werk in Aspern schon auf ähnliche Weise unterstützt. Neu ist allerdings die Methode, mit öffentlichen Subventionen bestehende Arbeitsplätze - in diesem Fall aus Deutschland - nach Österreich zu locken zu wollen. Fällt das unter "Internationale Solidarität"?