Jack Grubman, einst gefeierter Analyst, hat seinen 20-Millionen-Dollar-Job bei Salomon Smith Barney hingeschmissen.
NEW YORK (red.). Es ist noch nicht lange her, da war Jack Grubman einer der mächtigsten Analysten der Wallstreet. Sein Spezialgebiet: Telekommunikation. Sein Pech: Er war der personifizierte Interessenskonflikt.
Von den 25 größten US-Insolvenzen der letzten Zeit betrafen zehn Telekom-Firmen. Grubman hat die Aktien aller dieser Firmen bis zum Schluß wärmstens empfohlen. WorldCom sogar bis wenige Tage vor dem Konkursantrag.
Er hat aber nicht nur die Aktien empfohlen, sondern die meisten dieser Firmen gleichzeitig auch noch beraten. Was seinem Arbeitgeber seit den späten neunziger Jahren immerhin eine Milliarde Dollar Honorarumsatz brachte. Der Lohn der konfliktreichen Arbeit für beide Seiten: durchschnittlich 20 Mill. Dollar Jahreseinkommen.
Jetzt geht es ihm weniger gut: Grubman wird von der US-Börsenaufsicht und vom New Yorker Staatsanwalt bedrängt; zahlreiche Investoren, die dem Guru vertraut hatten, haben Schadenersatzprozesse angestrengt.
Insofern kann er die 12 Mill. Dollar Citigroup-Aktien und den Nachlaß eines 19 Mill. Dollar-Firmendarlehens, die ihm sein Arbeitgeber zur "Einvernehmlichen" mit auf den Weg gab, gut gebrauchen. Grubmans Begründung für den Abgang: Er fühle sich ungerecht kritisiert. Bei Salomon Smith Barney meint man noch immer, Grubman habe jederzeit "professionell und im Einklang mit ethischen Standards" gehandelt.