Großunternehmen schauen bei Büroimmobilien wieder vermehrt auf den Preis. Gefragt sind im Moment vor allem billige Büroräume an der Peripherie, meint der Immobilienmakler Eugen Otto.
WIEN. Die schwierigere konjunkturelle Lage macht viele Unternehmen wieder vorsichtiger bei der Wahl neuer Büroflächen. Eugen Otto, einer der großen Vermittler von gewerblichen Immobilien in Wien, sieht einen Trend weg von der Stadt, Richtung Peripherie. "Die Ackergäule werden wieder nachgefragt", meint Otto. Sprich: Objekte, die eine solide Leistung zu einem vernünftigen Preis bieten, sind momentan besonders hoch im Kurs.
Zehn bis zwölf Euro pro Quadratmeter sei der Preis, der momentan für Büroflächen an der Peripherie zu erzielen ist. Büros um fünfzehn Euro pro Quadratmeter seien dort praktisch nicht mehr vermietbar. Der Quadratmeterpreis ist allerdings nicht das einzige Kriterium. Zunehmend würden auch die Kosten pro Arbeitsplatz angeschaut.
City ist weiterhin begehrt
Die Innenstadt und die Bürohochhäuser seien aber trotz dieser Entwicklung nicht chancenlos. Die Bedürfnisse der Unternehmen seien unterschiedlich. Otto: "Es wird immer Firmen gehen, die im ersten Bezirk sein wollen, und dafür auch mehr bezahlen."
Schwierig werde es aber für Hochhäuser an der Peripherie ohne entsprechendes Umfeld. So sei die Bereitschaft, in den Florido-Tower im 21. Bezirk zu ziehen, eher gering. Verhältnismäßig gut lasse sich dagegen der Wienerberg und die Objekte rund um die Gasometer verwerten, wo ein entsprechend breites Angebot vorhanden ist.
An neue Großprojekte glaubt Otto dagegen nicht. Die würden sich momentan eher in der Warteschleife befinden.
Veränderte Maklerbranche
Deutliche Veränderungen sieht Otto auch für die Maklerbranche. In den vergangenen Jahren habe die Qualität der Dienstleistung deutlich zugenommen. Die "Distributionsmentalität" sei deutlich im Rückmarsch, Makler würden sich bei großen Kunden nicht mehr einfach darauf konzentrieren, Objekte anzubieten.
Bei seinem Unternehmen werde bereits die Hälfte der Zeit dafür aufgewandt, die Bedürfnisse der Kunden genau zu erheben. Welche Büroflächen habe der Kunde jetzt, was paßt zu ihm, was wird er künftig brauchen - diese Fragen seien bisher stiefmütterlich behandelt worden. Nur so sei aber ein maßgeschneidertes Angebot möglich.