US Airways ist insolvent, United könnte folgen

Der siebentgrößten US-Fluggesellschaft geht die Luft aus. Die gesamte Branche leidet weiterhin unter Rezession und Terror.

NEW YORK. Die siebtgrößte amerikanische Fluggesellschaft US Airways hat wegen der Auswirkungen der Terroranschläge vom elften September 2001, hoher Schulden, schlechten Geschäftsganges, fallender Passagierzahlen, Milliardenverlusten, brutaler Konkurrenz und der Rezession Gläubigerschutz nach "Chapter 11" beantragt.

US Airways ist die erste große Fluggesellschaft der USA, die nach den Terrorattacken Konkurs angemeldet hat. "Die Linie wird weiter operieren, während wir unsere Finanz-Restrukturierung vollenden", versicherte Konzernchef David Siegel. Siegel will 1,3 Mrd. Dollar (1,33 Mrd. Euro) Kosten einsparen, bereits im ersten Quartal 2003 will man saniert aus dem Konkursverfahren herauskommen. Die Gesellschaft hat seit September den Mitarbeiterstand um 11.000 auf 33.900 reduziert.

Die Firma hat im vergangenen Jahr fast zwei Mrd. Dollar verloren, im ersten Halbjahr 2002 summierte sich der Abgang auf 534 Mill. Dollar. Der Halbjahresumsatz sackte um gut ein Viertel ab. Die Fluggesellschaft hat Kreditzusagen von einer halben Mrd. Dollar von einer Finanzgruppe unter Führung der Credit Suisse First Boston und der Bank of America erhalten. Die Investmentfirma Texas Pacific will für einen 38prozentigen Anteil 200 Mill. Dollar investieren, wenn die Gesellschaft aus dem Konkurs heraus kommt. Die jetzigen Aktionäre dürften leer ausgehen. Die staatliche US-Behörde ATSB hatte der US Airways eine Kreditgarantie von 900 Mill. Dollar zugesagt.

Auch die anderen US-Fluggesellschaften leiden noch immer enorm unter den Terroranschlägen, die dem vorherigen Geschäftseinbruch aufgrund der US-Rezession sowie dem bedrohlichen Rückgang des lukrativen Geschäftsreise-Flugverkehrs nur die Krone aufsetzten. Vor dem US-Airways-Konkurs gab es bereits Pleiten der drei kleinen US-Fluggesellschaften Vanguard, Midway und Sun Country.

Im ersten Halbjahr lag der Verlust aller US-Fluggesellschaften zusammen bei 3,7 Mrd. Dollar. Der Kundenschwund hat in den letzten Wochen zu erbitterten Preiskämpfen geführt.

Zur Zeit wird in den Medien offen über einen möglichen Gang der United Airlines - Nummer zwei in den USA - zum Konkursrichter diskutiert. US Airways hatte kürzlich mit der United ein Code-Sharing-Abkommen getroffen. United wollte US Airways vor zwei Jahren kaufen, doch war sie dabei am Widerstand der Kartellbehörde gescheitert.

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