"Politische Ziele sind mir wurscht"

Eine stärkere Verlagerung von Gütern von der Straße zur Schiene wird bezweifelt.

Der Schienenverkehr hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich an Marktanteil verloren. Der politische Wille, diesen Trend umzukehren, werde allein aber auch nichts helfen. Das war der Tenor von Expertengesprächen in Alpbach. Laut Werner Allemeyer (Universität Münster) ist eine deutliche Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene nur bei einer deutlichen Verteuerung des Straßenverkehrs möglich. Die derzeit diskutierte Höhe der Lkw-Maut (15 Cent pro Kilometer in Deutschland, 22 Cent in Österreich) reiche dafür bei weitem nicht aus, Kostenwahrheit gebe es erst ab einer Belastung der Lkw von einem Euro pro Kilometer. "Das ist aber politisch nicht durchsetzbar."

Vom politischen Postulat, der Verkehr müsse auf die Schiene verlagert werden, will sich der für den Güterverkehr zuständige ÖBB-Vorstand Ferdinand Schmidt nicht beirren lassen. "Übergeordnete Ziele sind mir wurscht", sagt er. Der Grund: "Meine Aufgabe ist es, Erträge zu erwirtschaften."

Was jedenfalls bei der Bahn passieren werde, sei eine Änderung der Struktur des Güterverkehrs. Klaus Lippstreu, Vorstand beim Spediteur Schenker, meint, daß sich die Bahn ihren wahren Stärken zuwenden müsse, nämlich dem Führen von Ganzzügen über weite Strecken. Aus der flächendeckenden Versorgung werde sich die Bahn aber fast völlig zurückziehen müssen.

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