J. P. Morgan Chase hatte im dritten Quartal aufgrund ausgefallener Kredite und im Zuge hoher Fusionskosten einen Rückgang des Gewinns um 91 Prozent zu verbuchen.
NEW YORK (bloomberg). Milliardenschwere Abschreibungen von Krediten an Telekom- und Technologiefirmen ließen den Ertrag von J. P. Morgan Chase im dritten Quartal tief nach unten rauschen. Mit einem Nettogewinn von 40 Mill. Dollar hat die zweitgrößte Bank der USA um 91 Prozent weniger verdient als im selben Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt wurden allein zwischen Juli und September 834 Mill. Dollar an faulen Krediten abgeschrieben. Das ist knapp dreimal soviel wie im selben Zeitraum des Vorjahres.
Zudem fielen Fusionsbelastungen in Höhe von 325 Mill. Dollar an. Die Bank war erst im Jahr 2000 durch die Übernahme der Investmentbank J. P. Morgan durch Chase Manhattan entstanden. Letztere hatte für das renommierte Institut 32 Mrd. Dollar bezahlt. William Harrison, Chef von J. P. Morgan Chase will nun mit dem Abbau von 2000 der rund 40.000 Investmentbanker gegensteuern. Noch Anfang Oktober hieß es von Seiten der Bank, daß doppelt soviele Stellen in dieser Sparte gestrichen werden sollen.
Zu zweifelhaftem Ruhm ist die Aktie von J. P. Morgan Chase insofern gekommen, als sie im laufenden Jahr den größten Verlust eines Dow Jones-Titels hinnehmen mußte. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie über 50 Prozent an Wert.
Tiefe Schnitte in Europa
Wesentlich besser scheint derzeit die Citigroup, die größte Bank der USA, dazustehen. Sie steigerte ihren Ertrag im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 3,9 Mrd. Dollar. Auf steigende Gewinne kann auch die Investmentbank Merrill Lynch verweisen. So stieg der Nettogewinn im dritten Quartal um gut ein Fünftel auf 579 Mill. Dollar an.
Nicht sehr rosig sieht es derzeit hingegen in der europäischen Bankenlandschaft aus. So steht etwa Credit Suisse First Boston schwer unter Druck. Die Bank, der heuer von Analysten ein Verlust von umgerechnet bis zu 1,36 Mrd. Euro prognostiziert wird, plant den Abbau von bis zu sieben Prozent ihrer Mitarbeiter. Massenentlassungen werden auch aus Italien gemeldet. Die italienische Großbank IntesaBci wird 7800 der rund 70.000 Beschäftigten abbauen.