AUA will 2003 Gewinn verdreifachen

Nach dem Turnaround wird die Flotten- und Strecken-Optimierung fortgesetzt. Produktivitäts- und Mengenwachstum sollen das Eigenkapital bis 2006 um gut 700 Mill. Euro verbessern.

WIEN (eid). Zu Beginn 2002 hoffte AUA-Boss Vagn S¸rensen auf ein ausgeglichenes Jahresergebnis, Ende Oktober prognostizierte er bereits einen operativen Gewinn von rund 35 Mill. Euro - und am Mittwoch revidierte die Luftfahrtgruppe (mit AUA, Lauda Air und Tyrolean) ihre Erwartungen noch einmal nach oben. Das Betriebsergebnis (Ebit) wird nach einem Rekordminus von 89 Mill. Euro 2001 heuer mehr als 40 Mill. Euro plus ausmachen, gab die AUA nach der Aufsichtsratssitzung bekannt, bei der auch die Businesspläne bis 2006 diskutiert wurden.

Für 2003 peilt die AUA eine Verdreifachung des Ebit auf 120 Mill. Euro an. Der Nettogewinn soll bei 45 Mill. Euro liegen. "Wir legen unserer Prognose ein Passagierwachstum von 6,2 Prozent auf 9,5 Mill. zugrunde", erklärte Finanzvorstand Thomas Kleibl der "Presse". In seiner Vorschau hat Kleibl einen Wechselkurs von 0,98 Euro zum Dollar und einen Kerosinpreis von 240 Dollar pro Tonne.

Als Erfolgsfaktor für den Turnaround in einem von Konjunkturschwäche und Terrorangst geprägten Jahr 2002 nennt Finanzvorstand Thomas Kleibl das umfassende Kostensenkungsprogramm. Neben Gehaltsverzicht und dem Abbau von 968 Arbeitsplätzen wurden unrentable Strecken gestrichen sowie Kapazitäten reduziert - vier Flugzeuge wurden verkauft, sechs verleast. Gleichzeitig wird die AUA mit geschätzten 8,9 Mill. Passagieren bei 70 Prozent Auslastung heuer einen neuen Beförderungsrekord erreichen - die Lufthansa hat vergleichsweise bis November ein Passagierminus von 5,1 Prozent.

Diesen Kurs muß die heimische Luftfahrtgruppe fortsetzen, will sie auch das Mittelfrist-Ziel - Steigerung der Eigenkapitalquote von derzeit 13,3 auf 30 Prozent 2006 erreichen. In Zahlen heißt das eine Erhöhung des Eigenkapitals, das Ende 2001 bei 530 Mill. Euro lag, um gut 700 Mill. Euro. Der Weg dorthin: "Wir müssen Produktivität und Menge weiter steigern, um viel freien Cashflow zu erzielen", so Kleibl. Damit sei auch der weitere Abbau der extrem hohen Verbindlichkeiten (Ende 2001: 2,3 Mrd. Euro) möglich.

Eine Verschiebung gab es in der Eigentümerstruktur der AUA. Die Credit Suisse First Boston, die nach dem Konkurs der Swissair deren zehnprozentiges AUA-Aktienpaket hielt, hat ihre Stimmrechtsanteile auf unter fünf Prozent gesenkt.

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