Für gleiche Produkte müssen trotz der Einheitswährung unterschiedliche Preise bezahlt werden.
WIEN (ag/mk). Der Euro, so die Meinung der Europäischen Kommission, wird in der Union zu einer Annäherung der Preise führen. Noch kann ein Blick oder eine Fahrt über die Grenze viel Geld sparen. Denn derzeit haben gleiche Produkte in Europa noch nicht den gleichen Preis: Der Volkswagen Bora ist in den Niederlanden etwa um 5000 Euro (68.801,5 S) teurer als in Deutschland. Eine 75 Milliliter Tube Colgate-Zahnpasta kostet 1,76 Euro in Frankreich, 2,68 Euro in Italien - und 0,719 Euro in Österreich. Und der schwedische Möbelkonzern Ikea biete manche Produkte in den Niederlanden deutlich günstiger als in Deutschland an. "Wir möchten auf jedem lokalen Markt günstigster Anbieter sein", erklärt Sabine Nold, Sprecherin von Ikea Deutschland, die Preisunterschiede.
Bei manchen Produkten - wie etwa Autos und elektronisches Zubehör - gleichen sich die Preise schon aneinander an, meint Rainer Guntermann, Volkswirt bei der Bank Dresdner Kleinwort Wasserstein. So gab die DaimlerChrysler AG diese Woche bekannt, daß die E-Klasse (vor Steuern) zu den gleichen Preisen verkauft werde. Auch BMW hat einheitliche Preise für die 7er-Serie angekündigt.
Was tun mit Schillingen?
Uneinheitlich sind indes die Gebühren, die die Banken in Österreich für das Wechseln der Schilling-Bestände in Euro verlangen. Die meisten Geldinstitute haben angekündigt, daß sie das Geld ihrer Kunden kostenlos umtauschen werden. Die Sparkassen haben die kostenlose Wechselfrist für alle bis zum Dienstag, den 5. März verlängert. Bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) werden die zuletzt gültigen Schilling-scheine und -münzen zeitlich unbegrenzt gratis in das neue Bargeld gewechselt.
Amtlich bestätigt wurde nun, daß in Deutschland aufgetauchte fehlbedruckte Fünf-Euro-Scheine (eine Seite blieb weiß) in Österreich gedruckt wurden. Ein deutscher Besitzer hatte sich zuvor bereit erklärt, OeNB-Experten für ein Mittagessen und eine Führung durch das Bundesbank-Museum in Frankfurt einen Blick auf seinen Geldschein werfen zu lassen. Bis jetzt sind vier fehlbedruckte Fünf-Euro-Scheine aufgetaucht, im schlimmsten Fall, so die Nationalbank, könnte es ein Bogen mit 60 Scheinen sein.