Credit Suisse schwer in Bedrängnis

Der Schweizer Großbank drohen nach dem großangelegten Expansionszug Verluste in Milliardenhöhe.

WIEN / ZÜRICH (red. / ag.). Der per Jahresende scheidende Credit-Suisse-Chef Lukas Mühlemann hinterläßt kein leichtes Erbe. Insbesondere die in den vergangenen fünf Jahren getätigten Akquisitionen, für die mehr als 20 Mrd. Dollar ausgegeben wurden, erweisen sich derzeit als schwere finanzielle Last. So prognostizieren Analysten der Bank für das laufende Geschäftsjahr Verluste in der Höhe von bis zu zwei Mrd. Schweizer Franken (1,36 Mrd. Euro).

Einer der akuten Problemfälle ist die vor fünf Jahren für 13,3 Mrd. Franken erworbene Winterthur Versicherung. Bereits im Juni mußte die Credit Suisse als Mutter 1,7 Mrd. Franken nachschießen, damit der Versicherer die gesetzlichen Vorschriften zur Risikodeckung erfüllen konnte. Nun braucht der Versicherer erneut frisches Geld, nachdem auch im dritten Quartal ein Verlust eingefahren wurde. Die Mutter wird mit zwei Mrd. Franken zur Kasse gebeten.

Die Aktie der Schweizer Institution hat allein seit Beginn des laufenden Jahres 70 Prozent an Wert verloren. Belastet wurde das Papier - neben den verlustbringenden Töchtern - auch durch Gerüchte, wonach die Bank selbst eine Kapitalerhöhung brauche, um über die Runden zu kommen. Die Bank dementiert hartnäckig, die vorhandenen Reserven wären nach wie vor ausreichend.

Auf die Kostenbremse steigt die Bank nun bei ihrer Investmentbank, der Credit Suisse First Boston (CSFB). Dort sollen fünf bis sieben Prozent der Mitarbeiter - rund 1750 Stellen - abgebaut werden, womit eine halbe Mrd. Dollar zu sparen sei. CSFB-Chef John Mack hat seit seinem Amtsantritt im Sommer 2001 4500 Stellen gestrichen und so die Kosten um 1,8 Mrd. Dollar gesenkt. Was ihm nicht nur Lob von der Konzernspitze, sondern auch den Spitznamen "Mack the Knife" einbrachte.

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