192 Libro-Filialen überleben den Eigentümerwechsel

Die Übernahme von Libro durch ein Konsortium rund um den Industriellen Josef Taus wird erst mit Jahreswechsel über die Bühne gehen.

WIEN. Mindestens 192 der derzeit 216 Libro-Filialen sollen künftig bestehen bleiben. Dies war am Montag aus dem Konsortium rund um den Industriellen Josef Taus zu hören, das am Sonntag Libro aus der Konkursmasse gekauft hat.

Bei der von Masseverwalter Günther Viehböck angesetzten Versteigerung hatte es am Sonntag nur einen einzigen Bieter gegeben, der damit zum Mindestausrufungspreis von fünf Mill. Euro zuschlagen konnte. Beteiligt am Konsortium ist der Athena-Fonds von Josef Taus, der rund ein Drittel der Anteile hält. Weiters die Happy-Card-Handelsgesellschaft, die mit Papierwaren und Geschenkartikeln handelt, sowie der Papierwarenhändler Stern.

Vor allem die Beteiligung Sterns am Konsortium ist eine Überraschung. Der Geschäftsführer der Donau Design-Gruppe hatte ursprünglich als alleiniger Interessent gegolten. Wie aus dem Konsortium zu hören war, hatte man den Buchhändler Wilhelm Sotsas, der lange Zeit als Partner gegolten hatte, in der Schlußphase kurzfristig ausgebootet.

Die neuen Eigentümer werden Libro erst mit Beginn nächsten Jahres übernehmen. Als Begründung dafür wird angegeben, daß vorher das konkursrechtliche Verfahren und die kartellrechtliche Genehmigung abgewickelt werden müssen. Somit bleibt das Weihnachtsgeschäft noch zur Gänze in der Verantwortung von Masseverwalter Günther Viehböck, der damit sowohl das Weihnachtsgeld für die 1500 Beschäftigten als auch den Wareneinkauf für das Weihnachtsgeschäft finanzieren muß.

Wie viel die neuen Eigentümer in "den schwierigen Sanierungsprozeß" investieren müssen, sei noch nicht geklärt, heißt es aus den Unternehmenskreisen. Anzunehmen ist jedoch, daß dies ein Vielfaches der fünf Mill. Euro ausmachen wird, die nun für Markennamen, Warenlager und Mietverträge ausgegeben wurden.

Begrüßt hat die Übernahme der Betriebsratsvorsitzende Werner Kratochwil: "Damit ist eine riesige Last von unseren Schultern." Bis kommenden Mittwoch soll der Gläubigerausschuß den Deal absegnen.

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