Der ÖBB-Vorstand für Infrastruktur soll schon nächste Woche besetzt werden. Fix ist schon jetzt, daß der neue Mann aus dem Unternehmen selbst kommen wird.
Der Nachfolger für den im kommenden März ausscheidenden ÖBB-Infrastrukturchef Helmut Hainitz soll nun noch rasch vor den Wahlen bestellt werden. Wie Aufsichtsratspräsident Franz Rottmeyer der "Presse" erklärte, dürfte die Bestellung bereits in der Aufsichtsratssitzung am kommenden Montag - es ist die letzte Aufsichtsratssitzung vor den Nationalratswahlen - über die Bühne gehen. Offizielle Begründung für die vorzeitige Bestellung: Hainitz solle noch Zeit erhalten, seine Nachfolger einzuschulen.
Dies verwundert etwas, kommen doch alle nach den Hearings noch übriggebliebenen Kandidaten aus dem eigenen Unternehmen. Peter Klugar vor Alfred Zimmermann und Thomas Türinger lautet die Reihung der Kommission. Klugar und Türinger bilden derzeit die zweite Führungsebene des Unternehmensbereichs Infrastruktur mit 22.000 Mitarbeitern. Zimmermann ist Chef der ÖBB-Werkstätten, und somit der einzige, der eine Einarbeitungsphase auch tatsächlich benötigen würde. Seine Chancen, auch tatsächlich den Karrieresprung zu machen, stehen auch nicht schlecht. Gilt er doch als politischer Nullgruppler, während Klugar und Türinger der SPÖ zugerechnet werden. Zudem soll Zimmermann der erklärte Favorit von Aufsichtsratschef Rottmeyer sein.
Insgesamt 29 Kandidaten hatten sich für den Vorstandsjob gemeldet. Keine Chance hatten bei dem Hearing externe Bewerber, etwa der Alcatel-Vorstand Thomas Necker. "Bei gleichen Qualifikationen ziehe ich immer die internen Kandidaten vor", begründet Rottmeyer die Entscheidung. Dadurch könne es zu Bewegung in der eigenen Organisation kommen.
Noch nicht entschieden ist, wer den zusätzlich ausgeschriebenen Vorstandsposten eines ÖBB-Finanzvorstandes besetzen wird. Diese Personalentscheidung werde man als nächstes angehen, so Rottmeyer.