Eine Milliarde Euro wird Vivendi vorgestreckt. Damit soll das Überleben des Konzerns gesichert sein. Zumindest kurzfristig.
PARIS (bloomberg). Fünf Banken sind der schwer angeschlagenen französische Vivendi-Gruppe zur Seite gesprungen. Sie räumen dem Medien- und Wasserkonzern einen Überbrückungskredit in Höhe von einer Mrd. Euro ein. Damit wird das Überleben des schwer verschuldeten Unternehmens kurzfristig gesichert. Insgesamt lasten auf Vivendi Schulden in Höhe von 17 Mrd. Euro.
Aller Sorgen ist Vivendi auch nach der jüngsten Finanzspritze - die von BNP Paribas, Citigroup, Credit Lyonnais, Credit Suisse First Boston und Soci©t© Generale aufgezogen wurde - nicht entledigt. So sind allein diesen Monat noch 1,8 Mrd. Euro an Krediten fällig. Früheren Angaben zufolge benötigt Vivendi aber zumindest zwei bis drei Mrd. Euro, um seinen kurzfristigen Verbindlichkeiten nachkommen zu können.
Bedroht wird Vivendi aber nicht nur durch die hohe Verschuldung, sondern auch durch eine weitere Verteuerung seiner Ausleihungen. So hat die Rating-Agentur Moody's angekündigt, daß sich Vivendis Kreditwürdigkeit verschlechtern könnte.
Jean-Rene Fourtou, der in der Vorwoche Jean-Marie Messier an der Vivendi-Spitze abgelöst hatte, wird also weitere Geldquellen anzapfen müssen, um die Kredite bedienen zu können. Analysten rechnen nun damit, daß weitere Vermögenswerte verkauft werden. Ganz oben auf der Verkaufsliste stünden die Vivendi-Anteile an Canal Plus, Europas größter Pay-TV-Station, und an Cegetel, dem zweitgrößten Mobilfunkbetreiber Frankreichs. An Interessenten dürfte es nicht fehlen, genannt werden die französischen Medienkonzerne Pathe und Lagard¨re sowie die britische Vodafone. Allerdings steht letztere derzeit auch nicht gerade auf sicheren Beinen.
Im Hintergrund verhandelt Vivendi Insidern zufolge bereits mit den Banken über weitere Umschuldungen. Die Kreditinstitute fordern zuvor allerdings ein schlüssiges Sanierungskonzept von seiten des Konzerns.