Eine Wifo-Studie weist auf hohe Forschungspotentiale in den Bundesländern hin.
Die Industrie ortet einen hohen Bedarf an zusätzlichen Wissenschaftern in Österreich. Die Erhöhung der Forschungsquote auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2005 entspreche einem jährlichen Zuwachs von 1950 bis 2700 Wissenschaftern und Technikern, erklärte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Peter Mitterbauer, am Donnerstag bei den Technologiegesprächen in Alpbach. Dem stehe ein Angebot an inländischen Studienabsolventen von rund 1300 bis 1500 Personen pro Jahr gegenüber. "Damit ergibt sich im Durchschnitt eine Lücke von jährlich rund 900 Personen", so Mitterbauer.
Daß dieser Mangel derzeit noch nicht massiver spürbar sei, liege an der Konjunkturschwäche. Mit dem erhofften Aufschwung im kommenden Jahr werde das Defizit aber virulent, sagte der Industriellen-Chef. Zur Korrektur dieser Entwicklung setzt die IV auf mehr Erst-Inskribierende in naturwissenschaftlich-technischen Studienrichtungen durch gezielte Programme. Dazu zähle auch die Förderung wissenschaftlicher und technischer Fähigkeiten an Schulen.
Zudem plädiert die Industrie für eine Rückkehraktion für österreichische Top-Leute, die sich im Ausland aufhalten. Befristete steuerliche Förderungen nach dem Vorbild der "Expatriates"-Regelung für ausländische Schlüsselkräfte in Richtung reduzierter Steuersätze für einen bestimmten Zeitraum stehen ebenfalls auf dem Wunschzettel Mitterbauers.
Als zweites wichtiges Maßnahmenfeld definiert die Industrie die Vernetzung der Innovationspolitik. Insbesondere was die Kooperation der Forschungspolitik auf Bundes- und Länderebene anbelangt, ortet die IV Potential.
Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts kommt zu dem Ergebnis, daß heuer 4,217 Mrd. Euro in Forschung & Entwicklung investiert werden, was einem Anteil von 1,95 Prozent am BIP entspreche. Davon finanzieren die Länder lediglich 6,4, der Bund 34,5 Prozent. "Wenn Länder investieren wollen, dann muß der Bund verstärken - wo der Bund stark investiert, müssen die Länder ihr Engagement verstärken", schlägt Mitterbauer vor.