Polizzen: Rendite unter fünf Prozent

Die Gewinnbeteiligungen der Lebensversicherungen werden heuer erstmals unter fünf Prozent rutschen, sagt der Präsident des Versicherungsverbandes, Dietrich Karner.

WIEN (per). Sollte sich an den Kapitalmärkten keine wesentliche Verbesserung zeigen, werde die Gewinnbeteiligung der Lebenspolizzen erneut zurücknehmen. Es werde dann "ein Vierer vor dem Komma" stehen, sagt Generali Österreich-Chef und Präsident des Österreichischen Versicherungsverbandes, Dietrich Karner, am Freitag in einer Pressekonferenz. "Meine Kollegen werden wieder schreien, aber man muß es sagen." Auch im Vorjahr sei die Generali die erste Versicherung gewesen, die die Absenkung der Gewinnbeteiligung bekannt gegeben hat. Die anderen Anbieter seien gefolgt.

Derzeit liegen die Gewinnbeteiligungen österreichischer Lebensversicherer bei fünf Prozent oder knapp darüber. Davon darf die Versicherung in der Polizze bis zu 3,25 Prozent garantieren, der Rest ist eigentlich eine freiwillige Zusage. Eine Absenkung dieses maximalen Garantiezinssatzes wird derzeit von der Finanzmarktaufsicht (FMA) geprüft. Laut Karner sei dies "aus heutiger" Sicht nicht notwendig. Die heimischen Assekuranzen verfügten noch über stille Reserven, die allerdings nicht unbegrenzt reichten. Doch die FMA schaue sich die langfristigere Entwicklung an. In Deutschland haben einige Anbieter bereits Probleme, den Garantiezins zu zahlen, und in der Schweiz wurde er gerade abgesenkt.

Am stärksten belastet seien die Assekuranzen durch die Situation auf den Kapitalmärkten. Falls sich die Aktiensituation nicht "wesentlich" verbessert, werde dies zu einem "erheblichen" Abschreibungsbedarf führen. Dieser könnte allein für die Generali-Österreich-Gruppe bei 100 Mill. Euro liegen. Man könne zwar aus heutiger Sicht nicht sagen, daß die Situation so bleiben werde, "allzu großer Optimismus" sei aber nicht angebracht. Der Aktienanteil in den Portefeuilles der österreichischen Versicherungswirtschaft liegt laut Karner derzeit bereits unter zehn Prozent.

Auch die Folgen der US-Terroranschläge sowie die Unwetterkatastrophen belasten die Assekuranzen. Die Rückversicherungen werden auch heuer wieder deutlich teurer, erwartet Ferrante Lucchesi-Palli, Vorstand der Generali Rückversicherungs AG. Für die Versicherungsnehmer könnte sich dies in höheren Prämien etwa in der Feuerversicherung durchschlagen.

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