Opel erhöht das Sanierungs-Tempo

Hohe Verluste. Die deutsche General-Motors-Tochter reagiert auf das katastrophale Ergebnis 2001.

FRANKFURT. Der drittgrößte europäische Automobilhersteller, Opel, steckt tief in der Krise. Im Vorjahr sank der Absatz um 5,6 Prozent auf 1,2 Mill. Fahrzeuge, der operative Verlust kletterte von 502 auf 674 Mill. Euro (9,27 Mrd. S). Lediglich durch Einmaleffekte - nämlich durch die Gewinne der Opel-Bank aus den Jahren 1998 bis 2001 - konnte ein positives Bilanzergebnis erreicht werden.

Vorstandschef Carl Peter Forster, im Vorjahr als Sanierer geholt, drückt nun beim Restrukturierungsprogramm aufs Tempo. Der Abbau von 2500 Arbeitskräften in Deutschland, der bis 2003 geplant war, soll nun schon heuer durchgezogen werden. Forster kündigte Kapazitätsanpassungen an.

Noch nicht davon betroffen ist das General Motors Werk in Wien: Dieses untersteht nicht direkt der Adam Opel AG, sondern der Powertrain, einem Joint venture von General Motors und Fiat. Laut Forster werde es aber auch bei Powertrain Änderungen geben.

Der Opel-Chef nannte neben der schlechten Konjunkturlage vor allem zu hohe Vertriebs- und Verwaltungskosten als Gründe für die schwierige Lage. Im Einkauf habe man im vergangenen Jahr bereits die Kosten um fünf Prozent reduziert. Dieser Weg soll fortgesetzt werden.

Forster erwartet den Break even erst für das Jahr 2003. Heuer seien die Rahmenbedingungen weiter schwierig. Die Konjunktur werde sich frühestens im zweiten Halbjahr erholen, der Automobilmarkt in Europa weiter zurückgehen. Durch die Altautoverordnung der EU und die zu erwartenden neuen Vertriebsregeln seien zusätzliche Belastungen zu erwarten. Forster wollte sich nicht darauf festlegen, wie hoch der operative Verlust heuer ausfallen wird.

Große Hoffnungen setzt Opel auf die neue Produktpalette, und da vor allem auf den neuen Vectra. Man wolle in diesem gewinnträchtigen Segment die Marktführerschaft übernehmen.

In Österreich hat Opel im Vorjahr den Marktanteil von 9,7 Prozent halten können. Besonders gut lief es im Dezember, wo ein Anteil von 14 Prozent erreicht werden konnte.

Gewinneinbruch bei GM

Die Muttergesellschaft von Opel, General Motors, hat gegen Jahresende einen scharfen Gewinneinbruch erlitten: Der Gewinn des weltgrößten Autokonzerns ist im vierten Quartal 2001 um satte 58 Prozent auf 255 Mill. Dollar (286 Mill. Euro) eingeknickt, lag damit freilich immer noch leicht über den Analystenprognosen. Amerikanische Autokonzerne leiden derzeit unter einer dramatischen Absatzflaute.

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