Kreditinstitute werden 2002 deutlich weniger verdienen

Der Jahresüberschuß wird um fast ein Drittel sinken. Der Wertberichtigungsbedarf für Kredite ist gestiegen.

WIEN (apa). Die in Österreich tätigen Kreditinstitute erwarten für das Gesamtjahr 2002 einen deutlich geringeren Jahresüberschuß. Laut den der Österreichischen Nationalbank (OeNB) gemeldeten Vorschauwerten rechnen sie heuer mit einem markanten Rückgang der kumulierten Gewinne um rund 31 Prozent auf 1,33 Mrd. Euro nach 1,92 Mrd. Euro im Jahr 2001.

Hauptursache dafür sind die auf Grund der zahlreichen Insolvenzen gestiegenen Wertberichtigungen im Kreditbereich, ein fast auf Null gesunkener deutlich geringerer ertragswirksamer Saldo im Bereich Wertpapiere und Beteiligungen sowie deutlich über dem Vorjahreswert liegende außerhalb der normalen Geschäftstätigkeit anfallende Aufwendungen..

Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich wird von den Banken mit 2,08 Mrd. Euro heuer deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode 2001 angesetzt. Er errechnet sich zum überwiegenden Teil aus den erwarteten Wertberichtigungen zu Forderungen an Kunden (2,10 Mrd. Euro). Hier schlugen sich in erster Linie die gestiegenen Unternehmensinsolvenzen und Vorsorgen für gefährdete Kreditengagements nieder, so die OeNB.

Im Bereich der Wertpapiere und Beteiligungen wird erwartet, daß ein sehr geringer Saldo von nur mehr 1 Mio. Euro ertragswirksam werden soll. Dies steht im Kontrast zum Vorjahr, wo in diesem Bereich mit einem überdurchschnittlich hohen Beitrag von 400 Mio. Euro gerechnet wurde.

Das erwartete Betriebsergebnis von 3,95 Mrd. Euro (2001: 3,98 Mrd. Euro) wird dadurch markant auf ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 1,87 Mrd. Euro (2,41 Mrd. Euro) gedrückt, ein Minus von gut 22 Prozent.

Für das Jahr 2002 wird ein saldierter außerordentlicher Aufwand von 170 Mio. Euro erwartet, welcher deutlich über dem Vergleichswert von 60 Mio. Euro liegt. Die für das Geschäftsjahr 2002 außerhalb der normalen Geschäftstätigkeit anfallenden erwarteten Aufwendungen stellen somit eine klare Belastung für die Ertragslage dar. Die erwarteten Steuern betragen 370 (430) Mio. Euro.

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