Die Fusion von AXA Austria und Uniqa wird Realität. Für die 530.000 Kunden ändert sich vorerst nichts.
WIEN (per). Jahrelang wurde spekuliert, der französische Versicherungskonzern AXA würde eines Tages die Uniqa übernehmen. Nun ist es umgekehrt - zumindest auf Landesebene. Kernaktionäre der börsennotierten Uniqa wollen im Laufe des nächsten Jahres den AXA-Konzern Österreich samt seinen Tochtergesellschaften in Ungarn und Liechtenstein übernehmen.
Der Kauf erfolgt - je zur Hälfte - durch eine Enkeltochter der RZB und den Austria Verein auf Gegenseitigkeit, erklärt Uniqa-Aufsichtsratschef Christian Konrad. Als Grund für diese Zwischenregelung führt er noch zu klärende gesellschaftsrechtliche Fragen darüber an, wie die AXA und ihre Auslandsbeteiligungen in die Uniqa fusioniert werden sollen. Die Integration soll im nächsten halben Jahr, spätestens am 30. September erfolgen, so Konrad. Aus den 530.000 (davon 300.000 in Österreich) AXA-Kunden werden dann Uniqa-Kunden. Insgesamt hat Uniqa ein Jahr lang das Recht, den Namen zu verwenden.
Wirksam wird die Transaktion erst nach Zustimmung der Gremien und der Kartellbehörden in Österreich und Ungarn. Helmut Gahleitner, Kartellrechtsexperte der Arbeiterkammer, hat aber bereits angekündigt, die Übernahme besonders genau unter die Lupe zu nehmen, da der heimische Versicherungsmarkt ohnehin bereits stark konzentriert sei. Die AXA liegt mit 1500 Mitarbeitern (die Hälfte davon in Österreich) und einem Prämienvolumen von 394 Mill. Euro derzeit bei knapp 2,5 Prozent Marktanteil. Die Uniqa kontrolliert mit 2,4 Mrd. Euro Beitragseinnahmen und 6700 Mitarbeitern ein Fünftel des österreichischen Marktes und rangiert hinter dem Wiener-Städtische-Konzern an zweiter Stelle. Sie kontrolliert über Tochtergesellschaften auch die Versicherungsmärkte in Polen, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Italien und der Schweiz.
Seit jeher enge Verbindung
Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bezahlt wird in "Cash", nicht in Aktien, wird in der Uniqa betont. Damit will man das Gerücht, die AXA wolle stärker bei der Uniqa einsteigen endgültig begraben. Gesprochen wird hingegen über weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit insbesondere in der Geldveranlagung.
Aus der Mutter der AXA Austria, der Kölner AXA heißt es, mit dem Ausstieg aus Österreich werde die Strategie fortgesetzt, sich auf international wichtige Kernmärkte zu konzentrieren. Daher müsse man sich von etwas trennen, sagte ein Sprecher. "Das vergleichsweise geringe Prämienvolumen, die Ertragslage und der gesättigte Markt" - eine Kombination dieser Argumente sei schließlich ausschlaggebend gewesen.
Außerdem standen weder Österreich, noch die Reformländer im Fokus des weltweit tätigen AXA-Konzerns. Vorstandschef Claus-Michael Dill erklärte in einer Aussendung: "Wir haben den Verkauf nicht aktiv betrieben. Die Kernaktionäre der Uniqa sind in einer Zeit, als wir uns turnusmäßig mit der Geschäftsprüfung befaßt haben, auf uns zugekommen."
Zwischen Uniqa und AXA hat es seit jeher eine enge Verbindung gegeben. Schon der Uniqa-Architekt und Ex-Chef Herbert Schimetschek war einer der besten Freunde des ehemaligen AXA-Chefs Claude Bébéar. Dann wurde AXA-Österreich-Chef Konstantin Klien Schimetschek-Nachfolger und holte auch andere Führungskräfte der AXA zur Uniqa.