Dem Finanzdienstleister wird von den Behörden nun auch Kurs- und Marktmanipulation vorgeworfen.
BONN (ag.) Der deutsche Finanzdienstleister MLP ist nun auch wegen des Verdachts auf Kursmanipulationen ins Visier der deutschen Wertpapieraufsicht geraten. Entsprechende Medienberichte bestätigte eine Sprecherin der Finanzdienstleistungsaufsicht am Montag. Die Behörde habe den Verdacht schon vor der abermaligen Durchsuchung von MLP-Geschäftsräumen in der vergangenen Woche gehegt und bei der Razzia das Augenmerk auch darauf gelegt. Gegen wen sich der Verdacht richte, wollte die Sprecherin nicht sagen.
Die neue Untersuchung ist die nunmehr dritte, die gegen MLP läuft. Die Bundesanstalt und die Staatsanwaltschaft Mannheim ermitteln schon in zwei Fällen wegen angeblichen Insiderhandels: Zum einen geht es dabei um die drastische Korrektur der Prognosen Anfang August, zum anderen im Zusammenhang mit der zwei Jahre zurückliegenden Ankündigung der Umwandlung der Vorzüge in Stammaktien.
In Österreich hat sich MLP, wie berichtet, im Sommer vom 50-Prozent-Anteil an der MLP Leben, einem Anbieter fondsgebundener Lebensversicherungen, getrennt und diese Beteiligung um 90 Mill. Euro an den Versicherungskonzern Uniqa verkauft. Sie besaß schon zuvor eine Hälfte von MLP Leben.