Illegale Praktiken - wie Preisabsprachen - wirft die Arbeiterkammer den Versicherungen vor. Die Branche weist die Vorwürfe zurück, nun soll die Wettbewerbsbehörde prüfen.
WIEN (red./apa). Schwere Geschütze fährt die Arbeiterkammer (AK) gegen die heimischen Kfz-Versicherer auf: Diese würden sich bei der Festsetzung der Prämien absprechen, zudem ließen die Versicherungen die Pkw-Lenker für Sachschäden bei Lkw mitzahlen. Im Zuge dieser Quersubventionierung müßten die Verbraucher überhöhte Prämien zahlen, kritisiert die AK.
Nun soll die Wettbewerbsbehörde die Branche hinsichtlich der AK-Vorwürfe unter die Lupe nehmen. Erhärten sich die Vorwürfe aus Sicht der Behörde, so hat diese einen Prüfantrag beim heimischen Kartellgericht zu stellen.
Die Versicherungswirtschaft weist die AK-Vorwürfe scharf zurück. Die Anschuldigungen seien "Schwachsinn", meint Gregor Kozak, Sprecher des Versicherungsverbands. Die Prämien bei den Autoversicherungen sind laut Generali-Vorstand Bruno Friedl wiederum "insuffizient" und somit nicht kostendeckend. Ein Blick auf die unterschiedlichen Konditionen und Leistungen der Assekuranzen zeige, daß es gar keine Absprachen geben könne. Einer von der AK angeforderten Überprüfung blickt Friedl "sehr gelassen" entgegen.
Die AK will die erhobenen Vorwürfe mit der ihrer Ansicht nach zu hohen Marktkonzentration in der Branche untermauern. In der Sparte Krankenversicherung dominierten mit Uniqa, Wiener Städtische und Merkur drei Unternehmen den Markt, die zusammen über 80 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaften. In der Kfz-Haftpflichtversicherung haben die vier größten Anbieter - Generali, Wiener Städtische, Allianz, Uniqa - einen Marktanteil von über 70 Prozent. Im Zuge dieser Marktmacht seien Absprachen zulasten der Konsumenten "nicht ausgeschlossen", so die AK.
Die Versicherer verweisen wiederum darauf, daß die Autoversicherungen von 1995 bis 2000 ihre Prämien im Wettbewerb laufend unterboten hätten, sodaß einige Versicherungen auch ausgeschieden seien. Erst seit 2000 würden die Preise wieder steigen. Im Vergleich zu den Leistungen gebe es aber immer noch Nachholbedarf, meint Friedl. "Wenn es regnet und alle spannen den Schirm auf, ist das ja auch kein abgesprochenes Verhalten", so Kozak zu den Preiserhöhungen in der Branche.