AMS will Ausbau der Teilzeitarbeit fördern

Eine hohe Nachfrage nach Teilzeitbeschäftigung ortet das Arbeitsmarktservice. Vor allem Frauen mit Kindern suchen derartige Jobs.

WIEN. Den Trend zur Teilzeitbeschäftigung will AMS-Vorstand Herbert Böhm forcieren. Böhm ortet eine starke Nachfrage, aber nur ein geringes Angebot. Derzeit suchen beim AMS 19.358 Personen eine Teilzeitstelle. Dem würden nur 5227 gemeldete Jobs gegenüberstehen. Auch qualitativ sei das Angebot problematisch. Viele Stellen seien im Niedriglohnbereich angesiedelt, etwa Reinigungsarbeiten oder Stellen bei Handelsketten. Das wiederum sei für viele Frauen wenig attraktiv.

Vor allem Frauen mit Kindern sind auf der Suche nach Teilzeitjobs: 96 Prozent der Anfragen kommen von Frauen, 87 Prozent der derzeit 520.000 Teilzeitbeschäftigten sind weiblich.

"Die Diskussion über einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeitarbeit ist positiv zu sehen", so Böhm. Abgesehen von gesetzlichen Maßnahmen oder einer Einigung der Sozialpartner werde es aber notwendig sein, den Unternehmen Anreize zu bieten, um tatsächlich entsprechende Teilzeitstellen anzubieten.

Das AMS könne im Rahmen seiner aktiven Arbeitsmarktpolitik künftig derartige Anreize bieten, sagt Böhm. Viele Unternehmen hätten Angst vor größerem organisatorischen Aufwand und höheren Kosten bei der Umstellung auf Teilzeit. Die Organisationskosten könne das AMS finanzieren. Auch seien zusätzliche Finanzierungen möglich, wenn als Ersatzkraft Ältere oder Langzeitarbeitslose eingestellt würden. In diesen Fällen könnten Zuschüsse zu den Lohnkosten gewährt werden.

Vorbild Niederlande

Böhm verweist auf das positive Beispiel Niederlande, wo in Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten ein Recht auf Teilzeitbeschäftigung besteht. Dies werde von vielen jungen Familien in Anspruch genommen. In Österreich fordert die ÖVP einen Anspruch auf Teilzeitarbeit bis zum Schuleintritt des Kindes.

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