Forscher mit Sorgenfalten

Wissenschaftler befürchten wegen Österreichs "Nein" zum 6. Rahmenprogramm große Nachteile bei der Projekt- und Mittelvergabe.

In der österreichischen Forschungsszene gab es am Dienstag, nach dem Nein zum 6. EU-Forschungs-Rahmenprogramm wegen Bedenken bei der Stammzellenforschung, durchwegs besorgte Gesichter. Auch wenn kaum jemand Bundeskanzler Wolfgang Schüssel offen für seine einsame Entscheidung - es gab dazu keinen Ministerratsbeschluß - kritisierte: Verstehen konnte kaum wer, warum Österreich als einziger EU-Staat dem ausgehandelten Kompromiß die Zustimmung versagte.

Denn, so der Grundtenor: Österreich hat sich durch die Ablehnung aus dem europäischen Konsens hinauskatapultiert. Nun sei die Frage, wie man künftig als Partner am Verhandlungstisch wieder ernst genommen werden könne. Die Verhandlungen, bei denen die konkreten Forschungsprogramme ausgearbeitet werden, finden ab dem Sommer statt.

Kenner des Brüsseler Parketts bezweifeln nun zutiefst, daß Österreich etwa bei den künftigen "Integrierten Programmen" - großen Forschungsprojekten mit einem Umfang von bis zu 100 Mill. Euro - zum Zug kommen könne. Bei zwei, drei Themenbereichen, etwa der Informationstechnologie, hatte man sich Chancen ausgerechnet.

Trotz der österreichischen Ablehnung wurde das Rahmenprogramm am Montag beschlossen - und steht natürlich auch für Österreichs Forscher offen. Bis 2006 investiert die EU insgesamt 17,5 Milliarden Euro in die Forschung.

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