Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher eröffnete die Ausstellung "Vom Schilling zum Euro".
WIEN (ade). "Mein Gott, das kommt vor." So bedauerte Klaus Liebscher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), die vergangene Woche in Deutschland aufgetauchten Fünf-Euro-Scheine, die nur auf einer Seite bedruckt waren und aus der österreichischen Banknotendruckerei stammten. Am Montag bei einer Ausstellungseröffnung im Kunsthistorischen Museum in Wien meinte er nur, daß es ihm lieber wäre, es wäre nicht passiert.
Bei einem Druck von 850 Millionen Banknoten sei eine fehlerhafte Produktion "in sehr limitiertem Ausmaß möglich". Normalerweise würden fehlerhafte Drucke sofort aussortiert. Doch der Notenbankchef versprach: "Wir überprüfen das derzeit offensiv."
In Deutschland sind die "halbseitigen" Fünf-Euro-Scheine unterdessen zum beliebten Sammelobjekt geworden. Für die Banknote werde angeblich bis zu 100 Euro geboten.
Ausstellungseröffnung
Der Euro sei "ein zentraler Katalysator für die weitere ökonomische und politische Integration Europas", betonte Liebscher. In der Ausstellung "Vom Schilling zum Euro" würde die "monetäre Visitenkarte" Österreichs, also der Schilling, der "uns über nahezu acht Jahrzehnte als Währung begleitet hat", dokumentiert. Die Ausstellung zeige realisierte und nicht-realisierte Entwürfe zahlreicher Graphiker und biete Einblicke in die technische Entwicklung der Schilling-Produktion.
"Vom Schilling zum Euro", Kunsthistorisches Museum, Münzkabinett, 27. Februar bis 31. Oktober 2002, Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr.