Die Highlights an der Wiener Börse - ein Auszug.
WIEN (reuters/red.). Die Wiener Börse hat sich im Jahr 2002 im internationalen Vergleich recht wacker geschlagen.
Im Folgenden eine Aufstellung der "Tops" - jener Werte, die im ATX oder im ATX-Prime besonders hervorstachen. Die Kurse in den Ausführungen vom 30. Dezember, 18.00 Uhr:
Österreichische Brau-Beteiligungs AG, Brau Union AG
Bier war an der Wiener Börse 2002 die Erfolgsstory schlechthin - auch wenn die Unwetterkatastrophen im Sommer ein überschäumendes Jahresergebnis bei der BBAG und der Bier-Tochter Brau-Union wohl verhinderten. BBAG ist seit Ende Jänner wieder im ATX gelistet. Das angestrebte Ergebnisplus wird der Bier-, Getränke- und Immobilienkonzern durch weitere Integrationsschritte nach dem Akquisitionsjahr 2000 erreichen. Beflügelt wurde der Kurs auch durch im Laufe des Jahres immer wieder aufgetauchte Übernahmespekulationen. BBAG-Chef Karl Büche hat indes öfters seine Bereitschaft zu Kooperationen mit internationalen Biermultis bekundet. BBAG hat für Anfang 2003 eine Vereinfachung der Konzernstruktur in Aussicht gestellt. BBAG konnte 2002 um rund 65 Prozent auf 66,5 Euro zulegen, Brau-Union kletterte um knapp 40 Prozent auf 55,20 Euro.
Mayr-Melnhof Karton (MMK) AG
MMK sind 2002 unterwegs zu einem weiteren Rekordjahr. Der Kartonhersteller rechnete zuletzt damit, auch im vierten Quartal durch Anpassung der Produktionskapazitäten die Preise halten zu können und hielt damit ein Übertreffen des Vorjahresrekordes für möglich. An der Börse wurde dies mit einem Kursplus von fast 33 Prozent auf 70,50 Euro je Aktie honoriert.
Uniqa Versicherung AG
Die auf den Raum Mitteleuropa fokussierte Uniqa Versicherung ist ein Newcomer im ATX _ und mit einem Plus von rund 24 Prozent auf 7,99 Euro auch einer der Topperformer. Uniqa wird seit 21. 2002 Jänner im ATX geführt. Wie andere Versicherer auch hat Uniqa 2002 die Börsenflaute zu spüren bekommen - mit einer konstanten Verbesserung des versicherungstechnischen Geschäfts soll aber eine stabile Dividendenausschüttung ermöglicht werden. Für Aufsehen am österreichischen Versicherungsmarkt hat Uniqa mit zwei Übernahmen gesorgt - bis Jahresende 2002 wurde die Austro-Tochter der deutschen MLP AG übernommen, und kurz vor Weihnachten haben die Uniqa-Hauptaktionäre noch den Kauf der AXA-Aktivitäten in Österreich, Ungarn und Liechtenstein über die Bühne gebracht.
Telekom Austria (TA) AG
Nicht wirklich viel dazugewonnen hat das Index-Schwergewicht TA. Gemessen am Eurostoxx Telecom-Index, der knapp 39 Prozent im Minus liegt, ist die Performance von Plus etwa 3,5 Prozent aber sehr gut. Die TA profitiert davon, daß sie solide Zahlen und im Vergleich zu anderen Ex-Monopolisten eine geringe Verschuldung ausweist. Geholfen hat der TA auch der Rückzug der Telecom Italia, was den Streubesitz erhöht hat. Letzterer sollte sich in den nächsten Jahren weiter erhöhen und die Aktie liquider machen. Als offenes Problem über der TA schwebt aber die Frage, was die Österreichische Industrieholding (ÖIAG) - Hauptaktionär mit 47,2 Prozent - macht. Dies gilt allerdings auch für die anderen Unternehmen, an denen die ÖIAG Anteile hält. Die Telekom-Aktie notierte zuletzt mit 9,65 Euro je Stück.
Austrian Airlines AG
Gut geschlagen hat sich die AUA - auch wenn die Jahresperformance 2002 negativ ausfällt. Der heimische Carrier liegt mit einem Minus von knapp zehn Prozent besser als der Sektor. AUA ist 2003 der operative turn around gelungen und sie dürfte auch nur mehr einen knappen Jahresverlust ausweisen, nachdem das Unternehmen noch 2001 einen Fehlbetrag von 164 Millionen Euro ausgewiesen hatte. 2003 will sich die AUA noch einmal verbessern, ihre eigene Prognose birgt aber die Unsicherheit eines möglichen Krieges im Irak. Als Achillesferse bezeichnen Analysten auch die relativ hohe Verschuldung von AUA.