Der gescheiterte Putsch in Venezuela beeinflußte am Montag auch den Ölpreis. Hatte man bei den Putschisten noch damit gerechnet, daß sie die Ölförderung ankurbeln und die Quotenregelung der Opec mißachten würden, so sorgte die Rückkehr von Präsident Hugo Chavez wieder für einen leichten Anstieg des Ölpreises.
Der Preis für ein Barrel der führenden Nordseesorte Brent kletterte um 54 US-Cent auf 23,70 Dollar (26,9 Euro). Händler hatten allerdings einen noch stärkeren Anstieg erwartet. Dazu trug auch bei, daß der Aufruf des iranischen Präsidenten Mohammad Chatami zu einer einmonatigen Reduzierung der Lieferungen ohne Resonanz blieb.
Die europäischen Börsen konnten am Montag leichte Gewinne verzeichnet. Vor allem Telephon-Equipment-Produzenten zogen die Märkte in die Höhe, nachdem Alcatel überraschend frühzeitig bekannt gegeben hatte, daß man den Verlust im ersten Quartal verkleinern hatte können. Im Sog von Alcatel gewannen auch Nokia und Ericsson an Terrain. "Das sind wirklich ermutigende Zahlen", sagte ein Händler. "Alcatel konnte sich vor einer dramatischen Talfahrt retten, die einige ihrer US-Konkurrenten erlebt haben."
Etwas schwächer entwickelte sich dagegen die Wiener Börse. Die Umsätze blieben allerdings gering. Die Voest Alpine korrigierte nach satten Zugewinnen an den letzten beiden Sitzungen wieder deutlich nach unten. Böhler Uddeholm konnten dagegen deutlich zulegen.
Die US-Börsen zeigten sich nach Handelsbeginn deutlich schwächer. Die am Montag veröffentlichten Konjunkturdaten hatten leicht negative Nachrichten gebracht. Die Lagerbestände waren im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 0,1 Prozent gesunken. Ökonomen hatten einen stärkeren Rückgang erwartet. Citigroup verloren nach der Vorlage von Quartalszahlen deutlich.