Börsen-Ausverkauf

Die Angst vor dem "double dip" - einem neuerlichen Abrutschen der US-Wirtschaft in die Rezession - lastete am Montag spürbar auf den internationalen Aktienmärkten. Der neue Konjunkturindex ISM (Supply Management Institut) fiel mit 53,1 Punkten schwächer als im Vormonat und auch als von Analysten erwartet aus. Die US-Börsen eröffneten schwächer, zu den größten Verlierern gehörten Citigroup und J. P. Morgan.

Auch alle wichtigen europäischen Märkte verzeichneten teilweise deutliche Verluste. Der Frankfurter Leitindex DAX lag am späten Nachmittag mit 2,7 Prozent im Minus. Unter Druck standen vor allem die Versicherer Allianz und Münchener Rück. Siemens wurde zwar von Analysten höher eingestuft, dennoch verlor die Aktie kräftig. Hingegen konnte die Aktie von MLP zeitweise um fast 13 Prozent zulegen. Der Kurseinbruch vom Freitag sei übertrieben gewesen, hieß es. Am Frankfurter Neuen Markt fiel der Nemax 50 auf ein neues All-time-low. Händler sprachen teilweise von Panik-Verkäufen.

Am Londoner Aktienmarkt konnte sich die Aktie der Bankengruppe HSBC relativ gut halten. Das Ergebnis vor Steuer sank zwar im ersten Halbjahr 2002 von 5,435 auf 5,057 Mrd. Dollar, das Ergebnis entsprach aber den Markterwartungen. In Zürich stand neben den Finanzwerten vor allem die ABB unter Druck - aufgrund der Schwierigkeiten des Großinvestors Martin Ebner (siehe unten).

Der Wiener Aktienmarkt gab bis zum späten Nachmittag zwar ebenfalls nach, hielt sich aber besser als die großen europäischen Börsen. Unter den Verlierern befand sich die Aktie von Verbund, die vor allem charttechnisch angeschlagen ist. Deutlich tiefer notierten auch VA Tech und BetandWin.Einheitlich mit Verlusten schlossen am Montag aufgrund der schwachen US-Vorgaben vom Freitag die fernöstlichen Leitbörsen.

Der Euro startete leicht schwächer in die neue Börsenwoche. Der Richtkurs der Europäischen Zentralbank lag bei 98,36 nach 98,73 Cent, das Geschäft wurde als "lustlos" bezeichnet.

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