+++ BP WILL ÖLFELDER ABGEBEN +++ KARTELLSTRAFE FÜR STAHLERZEUGER +++ GRETAG PLEITE +++ DEUTSCHE TELEKOM VERHANDELT+++ ANTIMATERIE
Austria Haustechnik (AHT), will seine guatemaltekische Tochter Refco verkaufen, teilte der steirische Kühlgerätehersteller am Montag mit. Grund sind starke Umsatz- und Ergebniseinbrüche bei Refco.
Degussa. Der Chemiekonzern hat sich von seinem Salzgeschäft getrennt: Die 49-Prozent-Beteiligung an der Südsalz GmbH wurde an die SWS Alpensalz verkauft. Bereits im März vergangen Jahres reduzierte der Konzern seine Anteile von 64 auf 49 Prozent. Grund: Die Degussa will sich auf Spezialchemie spezialisieren.
Exxon. Das oberste Gericht in Alabama hat ein Urteil gegen Exxon Mobile zurückgewiesen, das eine Strafe von 3,42 Mrd. Dollar zur Folge gehabt hätte. Nun muß erneut vor einer niedrigeren Instanz verhandelt werden. Die Strafe war zwei Jahre zuvor von einen Geschworenengericht ausgesprochen worden. Das Unternehmen hatte dem Staat Alabama 87,7 Mill. Dollar zu wenig für die Nutzung von Erdgasvorkommen gezahlt hatte.
Der Mineralölkonzern BP will Aktiva im Wert von mehreren Milliarden Dollar ausgliedern. Dabei soll es sich um ausgebeutete Erdölfelder in der Nordsee handeln. Wie das "Wall Street Journal" am Montag berichtete, wären sonst hohe Investitionen nötig, um die Felder weiter auszubeuten. BP wolle sich auf profitable Felder konzentrieren. Ein Viertel der gesamten BP-Förderung kämen aus der Nordsee, heißt es weiter, etliche Felder hätten den Ausbeute-Höhepunkt längst überschritten.
Acht italienische Stahlerzeuger wurden von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti mit einer Kartellstrafe von insgesamt 85 Mill. Euro belegt. Grund sind unzulässige Preisabsprachen bei Baustahl im Zeitraum von 1989 bis 2000.
Fiat. Beim krisengeplagten Autokonzern geht der Ausverkauf weiter: Am Montag gab Fiat den Verkauf seines 7,6-Prozent-Anteils am italienischen Papierhersteller Burgo bekannt. Der Deal bringt zwei Mill. Euro.
DaimlerChrysler verkaufte heuer in Italien um 13,8 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahr - dies auf einem Markt, der um 8,9 Prozent geschrumpft ist. Mit diesem Rekordergebnis ist Italien nun hinter Deutschland und den USA der drittwichtigste Markt für den Konzern.
Lamborghini wird im laufenden Jahr 430 Fahrzeuge ausliefern. Der italienische Sportwagenhersteller habe damit den Absatz seit der Übernahme durch Audi 1998 fast verdoppelt, teilte der deutsche Mutterkonzern am Montag mit. Endziel seien 1000 Wagen jährlich, heißt es weiter. Dazu beitragen soll ein zweites Modell, das Mitte nächstes Jahr auf den Markt kommen soll.
Gretag-Pleite. Die Schweizer Gretag Imaging Holding ist insolvent: 1000 Mitarbeiter des Herstellers von Fotoverarbeitungsmaschinen sind betroffen, davon 400 in der Schweiz. Im letzten Jahr halbierte sich der Umsatz auf 461 Mill. Franken, Folge war ein Verlust von 286 Mill. Franken. Im ersten Halbjahr 2002 sank der Verlust aus 5,2 Mill. Franken.
Die deutsche Celanese AG übernimmt zum 1. Jänner das europäische Geschäft mit Emulsionen sowie das globale Geschäft mit Emulsionspulvern von der schweizer Claranit AG. Dies teilte Celanese am Montag mit. Emulsionen und Emulsionspulver werden für Farben, Klebstoffe und Beschichtungen eingesetzt. Mit dem Zusammenschluß werden zwei 1997 aufgespaltene Geschäftsbereiche der Hoechst AG teilweise wieder vereint.
Inku-Verlust. Der Klosterneuburger Raumausstatter wird nach dem Verlustjahr 2001 auch im Geschäftsjahr 2002 voraussichtlich nicht aus der Verlustzone kommen. Der Verlust aus dem ersten Quartal könne mit den positiven Ergebnissen des dritten und vierten Quartals nicht ausgeglichen werden, hieß es am Montag in einem Aktionärsbrief. In den ersten drei Quartalen schrieb Inku einen Verlust von 1,47 Mill Euro, nach 1,62 Mill. im Vorjahresvergleich.
MEDIA-TECH-TELEKOM
Deutsche Telekom. Das Unternehmen will seine französische Festnetztochter Siris verkaufen. Sollte kein Käufer gefunden werden, werde die verlustreiche Tochter geschlossen, hieß es am Montag in der "Financial Times Deutschland". Wie die FAZ berichtete, will der Konzern über den Verkauf ihres Kabelnetzes ausschließlich mit der Bietergruppe um Goldman Sachs verhandeln. Goldman Sachs sei schon dabei, ein Management-Team für den Fall des Zuschlags bereitzustellen, heißt es weiter.
Nokia hat seine Beteiligung am Nextrom, einem Hersteller von Glasfaserkabelmaschinen, von 53,75 auf 86,21 Prozent der Stimmrechte erhöht, verlautbarte Nextrom am Montag.
Microsoft. Zwei Software- und Computerbranchenverbände haben Berufung gegen den Vergleich im Kartellstreit zwischen Microsoft und der US-Regierung eingelegt. Auch zwei US-Bundesstaaten beriefen gegen die Entscheidung von Richterin Colleen Kollar-Kotelly. Das Urteil war ihnen zu mild.
FINANZEN
Die Pinault-Printemps-Redoute (PPR) hat den Verkauf ihrer beiden Kredit- und Finanzdienstleistungssparten Finaref und Facet abgeschlossen. Finaref wurde an den Credit Agricole verkauft, Facet an die BNP-Paribas. PPR behält einen Rest von zehn Prozent an den beiden Unternehmen. Die beiden Sparten sind 3,6 Mrd. Euro wert, teilte PPR am Montag mit.
Citigroup. Der größte US-Finanzkonzern Citigroup hat für das vierte Quartal Sonderbelastungen von über 1,5 Mrd. Dollar angekündigt. Diese entstünden, weil der Konzern Vergleichszahlungen leistet, um den Vorwurf irreführender Analystenempfehlungen beizulegen. Weiters gebe es gestiegene Kreditausfälle, teilte Citigroup am Montag mit. Außerdem entstanden dem Unternehmen Kosten durch behördliche Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Enron-Skandal, heißt es.