Firstfive. Die professionellen Asset Manager sind nach wie vor skeptisch, was die weitere Entwicklung betrifft.
WIEN (red.). Als Chef der Deutschen Telekom ist Ron Sommer gegangen, dem Kurs der Deutschen Telekom tat dies gut. Das Verhalten der von firstfive beobachteten Asset Managern, die bei rund 90 verschiedenen Groß- und Privatbanken sowie bei unabhängigen Vermögensverwaltern tätig sind, weist allerdings darauf hin, daß die Gefahr bestehen könnte, diese Kursgewinne seien nur ein Strohfeuer. Die Aktie der Deutschen Telekom liegt auf der aktuellen firstfive-Liste der Topkäufe ebenso auf Position eins wie auf der Liste der Topverkäufe. Ein Indiz für ein schnelles Trading.
Daß derzeit das Trauerspiel an den Börsen weitergeht, dafür spricht eine Analyse der von firstfive beobachteten Portfolios. Es wird immer wahrscheinlicher, daß die Märkte noch das Niveau vom 11. September unterbieten, was sie am Freitag großteils denn auch taten. Die Liste der Topkäufe der vergangenen Handelstage darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Asset Manager in ihrer Mehrheit nach wie vor auf der Seite der Verkäufer stehen oder gar nicht mehr handeln.
Obwohl viele Analysten dem Finanzbereich eher skeptisch gegenüber stehen, greifen einige der Vermögensverwalter inzwischen wieder verstärkt in diesem Bereich zu. Zwar hatte auch in der jüngsten Vergangenheit der Finanzsektor seine schon traditionelle Favoritenrolle in den Depots inne, doch seine Gewichtung war dennoch zurückgegangen, weil zahlreiche Asset Manager nach der zeitweilig kräftigen Erholung seit dem 11. September Gewinne realisiert hatten.
Unter den Banktiteln sind derzeit vor allem Papiere der Schweizerischen UBS gefragt. Bei den Versicherungen bevorzugen die Asset Manager aktuell besonders die Aktien der Münchner Rück. Offenbar trägt man damit der Tatsache Rechnung, daß dieser Titel seit seiner Aufnahme in den DAX im Jahre 1996 die beste Performance aufwies.
Gekauft werden jedoch auch Aktien des niederländischen Finanzkonzerns ING und der HypoVereinsbank. Wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch viel Schatten: Man trennt sich gleichzeitig verstärkt von den Papieren des größten Finanzinstituts der Erde, Citigroup.
Bei den Top-Verkäufen das gleiche Bild wie seit Wochen und Monaten: Man verkauft weiter "querbeet" Titel aus allen Branchen. Nach Meinung eines Asset Managers muß aber die Tatsache, daß es derzeit keinen einheitlichen Trend gibt, kein Nachteil sein. "Investieren ist, als ginge man über eine dünne Eisschicht. Je weniger Menschen neben einem gehen, desto eher hält das Eis." Und das mitten im Sommer . . .
Zwei Monate lang mußte firstfive melden, daß zumindest die beobachteten deutschen Asset Manager verstärkt US-Aktien den Rücken kehren. Nun scheint sich der Wind zu drehen, es werden wieder amerikanische Titel geordert. Allerdings meist von den Managern, die US-Aktien verkaufen.