CSFB will für Börsegangtricks Buße zahlen

100 Mill. Dollar will die renommierte Investmentbank wegen Unregelmäßigkeiten bei Börsengängen bezahlen, heißt es.

NEW YORK (bloomberg). Die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) ist Angaben informierter Kreise zufolge bereit, 100 Mill. Dollar (111 Mill. €/1,5 Mrd. S) zur Beilegung von Klagen im Zusammenhang mit Börsengängen von US-Hightech-Unternehmen zu bezahlen. CSFB und andere US-Banken waren unter Beschuß geraten, weil sie im Boom der 90er Jahre bei Börsengängen Kunden zu weiteren Aktienkäufen veranlaßt haben soll, um die Kurse am ersten Handelstag nach oben zu treiben und einen Kurssprung zu garantieren.

Außerdem hatte die US-Börsenaufsicht SEC untersucht, ob CSFB große Anleger bei der Zuteilung von Aktien bevorzugt habe, wenn sie höhere Gebühren zahlten oder im Gegenzug zu weiteren Geschäften mit der Investmentbank bereit waren. CSFB hat allein 1999 und 2000 rund 720 Mill. Dollar an Gebühren für die Zeichnung von Technologie-Aktien aus Börsengängen eingenommen.

Verärgerte Anleger deckten die Credit Suisse und gut drei Dutzend weitere Investmentbanken daraufhin mit zahlreichen Sammelklagen ein, nachdem sie kräftige Verluste einstecken mußten. Grundsätzlich verdreifachten sich die Kurse von High-Tech-Unternehmen am ersten Handelstag und brachen dann ein. VA-Linux etwa, die von CSFB an die Börse gebracht wurden, schossen vom Ausgabepreis von 30 Dollar innerhalb weniger Stunden auf 320 Dollar. Heute ist eine Aktie des in VA Software umbenannten Unternehmens nur mehr 2,4 Dollar wert.

Nun sollen Aktien in den USA in Zukunft anders zugeteilt werden als bisher. Dafür soll ein neues Komitee zur Überprüfung von Zuteilungen bei Börsengängen geschaffen werden. Im Rahmen einer gerichtlichen Einigung habe CSFB einer Änderungen des Verfahrens zugestimmt, hieß es am Dienstag. Dennoch werde die zum Schweizer Finanzkonzern CS Group gehörende Investmentbank keine Fehler im Zusammenhang mit Aktienzuteilungen zugeben.

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