Der saudische Prinz Alwalid bin Talal hat die Lust an US-Aktien verloren.
RIAD (bloomberg). Mit seiner Strategie, nach schweren Kursverlusten Aktien zu kaufen (etwa auch in den USA nach dem 11. September 2001) hat Prinz Alwalid bin Talal, Neffe des saudiarabischen Königs und elfreichster Mensch der Welt, viel Geld gemacht. Nun ist aber auch ihm die Lust vergangen.
Der S&P-500-Index hat zwar heuer bereits 27 Prozent eingebüßt, doch der Prinz hat nicht vor, derzeit in US-Aktien zu investieren. "Das sind seltsame Zeiten", sagte er in einem Telephoninterview, "die kleinsten Dinge werden riesenhaft aufgeblasen". Die Märkte seien zu nervös, und es sehe nicht so aus, als würde sich das bald ändern. "Die dramatischen Kurswechsel - an einem Tag hinauf, am anderen hinunter - machen große Sorgen."
Alwalid, der auf ein Vermögen von 20 Mrd. Dollar geschätzt wird, ist der größte Aktionär der Citigroup, die in den Enron-Skandal verwickelt ist. Allein in der Vorwoche hat der Aktienanteil des Prinzen um 1,5 Mrd. Dollar an Wert verloren. Alwalid hatte erstmals 1991 in das Bankinstitut investiert, als es unter schweren Verlusten im Kredit- und Immobiliengeschät litt. Auch an AOL Timer Warner, die derzeit von der Börsenaufsicht der Bilanzmanipulation verdächtigt wird, hält der Prinz ein nennenswertes Aktienpaket. Er begrüßt "das Aufräumen in Amerikas Unternehmertum".