Untersuchungen gegen Analysten weiten sich aus

Investmentbanken würden ihren Kunden häufig geschönte Analysen über Aktien vorlegen, lautet ein Vorwurf der US-Justiz.

NEW YORK (lc/ag.) Merrill Lynch ist nicht mehr die einzige Investment-Bank, deren "Analysten" sich im Fadenkreuz des Staats New York befinden. Die Untersuchung des Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer wegen Interessenkonflikten bei Star-Analysten habe sich jetzt auch auf andere Wall-Street-Banken ausgedehnt, darunter Credit Suisse First Boston (CSFB), berichteten Medien.

Der Generalstaatsanwalt von New York ermittelt seit zehn Monaten gegen Merrill Lynch wegen Interessenkonflikten bei Analysten. Die hochbezahlten Stars hätten wider besseres Wissen Aktien gepusht, um so mehr Geschäft zu akquirieren, behauptet die Behörde. Als Indiz dienen dabei E-mail-Botschaften und andere interne Dokumente, die zeigen, daß Merrill-Lynch-Analysten die öffentlich hochgelobten Aktien größtenteils für wertlos hielten.

Ein geschädigter Kunde hat nun auch bei der New Yorker Börse ein Schiedsverfahren gegen die amerikanische Investmentbank Salomon Smith Barney, einen ihrer Broker und den Telekom-Staranalysten Jack Grubman eingeleitet. Der 60jährige Kläger hatte 455.000 Dollar (517.398 Euro) in Aktien des Telekomunternehmens Global Crossing investiert. Zur Zeit des Kaufes hatte Grubman in einem Bericht den Anlegern empfohlen, die Global-Crossing-Aktien aggressiv zu kaufen. Inzwischen hat Global Crossing Insolvenz angemeldet.

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