Lust, Stürmer zu frustrieren

Eishockey. Im Halbfinale treffen die Vienna Capitals auf Topfavorit Linz. KAC und VSV trennt jeweils nur noch ein Sieg von einer Derby-Serie (Best-of-7).

WIEN (dat). Der 4:1-Sieg der Vienna Capitals in Graz beendete die Viertelfinalserie für die Steirer, die mit 0:4 aus dem Best-of-7-Rennen ausschieden. Linz setzte sich gegen Innsbruck (4:0) durch, kann sich wie Wien auf das am 10. März beginnende Halbfinale vorbereiten. KAC und VSV benötigen jeweils noch einen Sieg gegen Zell/See bzw. Lustenau, um im Kärntner-Derby einen Finalisten der Uniqa-Eishockeyliga zu ermitteln.

Das erste Saisonziel hat Liga-Newcomer Wien also schon erreicht. Zumindest Platz 4 wollten die Schützlinge von Kurt Harand herausholen, sich für weitere Aufgaben empfehlen. Für einen Teil der Erfolgsstory zeichnet sich Torhüter Christian Cseh verantwortlich. Mit seinen Reflexen zog er Graz den Nerv, "es ist alles gut gangen", feixt der 30jährige Wiener, der seit seinem 6. Lebensjahr den Puck im Auge behält und es liebt, Angreifer zu frustrieren. "Das Erfolgsgeheimnis der Capitals ist der Zusammenhalt", will Cseh auch seine Kollegen im Rampenlicht wissen, "jeder zeigt Einsatz und Willen. Das ist wichtig, weil sich keiner, auch bei Rückständen, hängen läßt!" Daß alles in geregelten Bahnen abläuft, obliegt Kurt Harand, neben harten Konditions-Einheiten auch das "Mental-Training" bei jedem einzeln forciert.

Für Cseh entwickelte sich Eishockey im Lauf der Jahre, in denen er bei vielen Klubs (WEV, Mödling, CE-Wien, Eisenstadt, Linz, Kapfenberg) engagiert war, zum schönsten Nebenberuf, den er sich vorstellen kann. Tagsüber aber achtet er mit akribischer Genauigkeit darauf, daß jeder seine tägliche Post bekommt. "Ab sechs Uhr früh", sagt der Briefträger, um darauf hinzuweisen, nach Auswärtspartien oft erst um "halb drei oder noch später ins Bett" zu fallen. Doch sein Rayon im 3. Bezirk (Steingasse) dankt's ihm, "700 Haushalte und Geschäfte!" Manche erkennen den Keeper, fragen, wie's den Capitals gehe. Obschon ihm kaum Freizeit bleibe, tauge ihm die Situation. Er stellt pünktlich alle Briefe zu, auf dem Eis aber schaltet er auf stur: Der Kasten muß sauber bleiben . . .

Mit Platz vier gibt sich Cseh nicht zufrieden, zuerst müsse gegen Linz (holte den tschechischen Verteidiger Hucko als Bergvist-Ersatz) alles probiert werden. "Wenn wir mit ihrem hohen Tempo mithalten, hinten schnell attackieren und dafür vorne unsere Chancen nützen, ist alles drin'", hofft Cseh auf eine Überraschung. Wobei er seine Stürmer-Kollegen schon mit Tips versorgt. Stichwort: Rebound. "Nestak ist zwar einer, wenn nicht sogar der beste Goalie der Liga, aber für meinen Geschmack läßt er den Puck zu oft abprallen!" Ob's den Capitals gelingt, daraus Profit schlagen zu können . . ?

Viertelfinale, Best-of-7: Zell/See - KAC 5:3 (0:1, 2:0, 3:2); Stand 1:3. - Graz - Vienna Capitals 1:4 (1:2, 0:2, 0:0). Endstand 0:4. - Lustenau - VSV 1:3 (0:0, 0:2, 1:1). Stand 1:3. - Innsbruck - Linz 0:3 (0:1, 0:1, 0:1). Stand in Serie: 0:4. - Sonntag, 5. Spiel: KAC - Zell/See, VSV - Lustenau (beide 18).

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