Sportfest mit Tradition

Vierschanzentournee. FIS-Renndirektor Walter Hofer, seit 21 Jahren am Bakken, sieht "Neupositionierung der Veranstaltung" vollzogen. Und lobt "seine" Exoten.

OBERSTDORF. Geht ein Weltcup-Skispringen über den Bakken, ist der Salzburger Walter Hofer immer vor Ort. Auch bei der Vierschanzentournee, die Samstag mit der Qualifikation und Sonntag mit dem ersten Bewerb ihren 51. Auftakt feiert, sieht Hofer als FIS-Rennsportdirektor nach dem Rechten. Er bestreitet seine 21. Saison, weiß um Entwicklungen, Reglement und auch "sonstige Kleinigkeiten" Bescheid. Mit der FIS und den Veranstaltern wuchs die Tournee "zum Sport-Event", sagt Hofer voller Stolz. "Mit Medien-Echo und enormen Werbewert. Ein Sportfest - mit Tradition."

"Ich habe schon zu Saisonbeginn gesagt, daß sich ein Umbruch vollzogen hat", erklärt Hofer nicht nur den Mythos der Tournee, sondern der ganzen Springerei. "Die Tournee aber wurde zum Groß-Event aufgebaut, mit Unterstützung der Sponsoren und Medien. Der Sport steht im Mittelpunkt, das Rundherum stimmt. Für Athleten wird alles getan, getreu dem Reglement sowie den Punkten Fairneß und Sicherheit."

Siebzehn Nationen haben genannt, wobei Hofer für sich eine "Einteilung in drei Ligen" getroffen habe. "Deutschland, Österreich, Norwegen, Finnland und Japan stellen die Big Five." In diesen Ländern wäre der Sport materiell und finanziell abgesichert, sei der "Background" vorhanden, das Umfeld perfekt. "In Slowenien, Italien, Tschechien, oder Italien gibt's große Tradition, gute Strukturen, werden Bewerbe ausgetragen. Sie sind aber noch nicht in der Spitze wie die Big Five."

In der dritten Liga würden sich die laut FIS-Auftrag "geförderten Nationen" befinden. Für Hofer ein "positiver Aspekt", der darob das Teilnehmerfeld vergrößern und zugleich mit "Exoten verfeinern würde. "Elf Nationen werden unterstützt, erhalten Trainingskurse, um ihre Athleten zu schulen." Korea, Niederlande, Estland, Kasachstan, Weißrußland, Slowakei und Bulgarien sind bei der Tournee dabei, Lettland, Ungarn und Rumänien sollen 2004 folgen. "Die Exoten sind mein Steckenpferd", erklärt Hofer. "In Kuusamo hat erstmals ein Este Weltcuppunkte geholt. Sensationell. Ich bleibe dabei - der Weltcup ist keine Sozialeinrichtung. Nur Leistung zählt!"

Durch die Anzahl an Springern wollte sich Hofer nicht aus der Reserve locken lassen, keinen "Tip" abgeben, ob ein Springer alle vier Bewerbe gewinnen könne. "Der Nimbus vom Quartett ist, finde ich, aufgeweicht worden. Alle Anlagen gleichen einander, ihre Profile wurden angepaßt. Die Unterschiede sind geringer." Ein Sieges-Solo hält Hofer dennoch für "möglich. Wennst mich fragst, wer in drei, vier Jahren g'winnt,, sag' ich dir, daß es ein Norweger sein wird. Die haben aufgeholt."


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