"Stones in his pocket", eine Komödie über ein irisches Dorf und ein US-Filmteam, sorgt in Vienna's English Theatre für Überraschungen.
Ein amerikanisches Filmteam mit einem überheblichem Regisseur, einer Filmdiva, einer nervigen Assistentin bricht mit aller klischeehaften Präpotenz über ein geruhsames irisches Dorf herein, heuert die Bevölkerung als Komparsen an, weckt Träume von Hollywood und vernichtet sie wieder, löst sogar einen Selbstmord aus. Ein Stück für ein mindestens 15köpfiges Ensemble, könnte man denken.
Doch dann traut man inVienna's English Theatrekaum seinen Augen: Gerade einmal zwei Schauspieler, beide männlich, tragen die Komödie "Stones in his Pocket" von Marie Jones. Schauspielkunst pur.
Die Handlung an sich ist nicht das Ausschlaggebende und das beruhigt, denn der irische Dialekt könnte anfänglich zu Verständnisproblemen führen.
Doch Louis Dempsey und Sean Sloan sprüht die Lust an der ungewöhnlichen Situation förmlich aus den Augen. Der stetige, abrupte Rollenwechsel, die pantomimischen Einlagen sind hier die eigentliche Kunst und diese beherrschen die beiden Schauspieler beeindruckend bis fulminant. Ohne Kostümwechsel und Requisiten, nur durch einen Schritt zurück, eine kleine Drehung, einen Sprung verwandelt sich etwa ein buckliger Ire in eine zickenhafte US-Schönheit.
Unterstützt wird das intensive Spiel vom eleganten Bühnenbild (Jack Kirwan), reduziert, praktikabel und doch märchenhaft. Ein Prospekt zeigt im Hintergrund einen wolkigen Himmel, je nach Beleuchtung sonnig-heiter oder düster dräuend.