Festwochen Alte Musik: Wo Barock noch lebt

In Innsbruck versammeln sich wieder berühmte Interpreten sowie die Freunde der Alten Musik. Einmal mehr haben René Jacobs und sein Team ein spannendes Programm zusammengestellt. Im Zentrum steht diesmal Musik von Georg Friedrich Händel.

Das luxuriöseste Fest für die Alte Musik findet seit Jahr und Tag in Innsbruck statt. Hier pflegte man die Kunst, auf Darmsaiten zu streichen, schon in internationalem Format, als man weiter östlich noch gar nicht wußte, wer etwa Jordi Savall oder Ren© Jacobs sind.

Auch heuer hat das Festival die Nase vorn. So gastiert etwa Vivica Genaux als Händels „Rinaldo“, eine Künstlerin, deren CD-Aufnahmen allen Freunden der historisch wahrhaftigen Gesangskunst als Offenbarung gelten. Gefeiert hat man die Mezzosopranistin als neuen Star der Barockoper schon in New York, Paris und Berlin. In Wien erscheint Vivica Genaux erst ein Jahr nach ihrem Debüt bei den Innsbrucker Festwochen.

Georg Friedrich Händels Kunst steht im Mittelpunkt der diesjährigen Aktivitäten. Ren© Jacobs, so etwas wie der künstlerische Hausherr des Festivals, stellt mit „Rinaldo“ und „Jephtha“ die beiden Eckpunkte der Londoner Karriere des Komponisten vor. Mit der Zauberoper „Rinaldo“ begann 1711 der triumphale Siegeszug des deutschen Meisters in der englischen Hauptstadt, der freilich in eine furchtbare Depression mündete: Händels Opernunternehmen gingen zugrunde.
Das Oratorium war die neue Kunstform der Zeit – Händel prägte dessen Geschichte wie kein zweiter. Bis heute beruft sich die gloriose englische Chortradition auf ihn als einen ihrer Ahnväter. „Jephtha“ steht am Ende des künstlerischen Wegs eines der größten Meister der Musikgeschichte. „How dark, O Lord, are Thy decrees“ heißt es in einem Chor, der doppeldeutig scheint, verlor doch Händel nach Fertigstellung der Komposition 1751 das Augenlicht.

Innsbruck präsentiert 2002 aber auch ein musikdramatisches Werk von Giovanni Bononcini, der einer der größten Rivalen Händels war. Außerdem: Barock-Stars wie The Sixteen, das Freiburger Barockorchester, das Orchestra of the Age of Enlightenment, Attilio Cremonesi, Kobie van Rensburg und die „Lautten Compagney“ – und das unvergleichliche Ambiente des Spanischen Saals auf Schloß Ambras...

Innsbruck, Festwochen Alte Musik: 10. bis 21. August, Info: 0512-57 10 32, Internet: www.altemusik.at; Ticketservice: 0512/53 56

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