Nikolaus Harnoncourt ist wieder der Star des Grazer „Styriarte“-Festivals, das heuer abermals mit einer szenischen Produktion aufwartet, einer Oper des Barockmeisters Johann Adolf Hasse.
Vom 21. Juni bis 21. Juli dauert heuer das Festival „Styriarte“, das mit einem Beethoven-Konzert unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt beginnt. Der spiritus rector des Festes leitet am 5., 6. und 7. Juli auch die traditionellen Chorkonzerte in der Pfarrkirche von Stainz. Sie sind wieder einer der sechs großen Messen von Joseph Haydn gewidmet, die der Komponist in seinen letzten Schaffensjahren schrieb und die in vielerlei Hinsicht die Summe seines künstlerischen Könnens darstellen. Diesmal steht die „Heiligmesse“ auf dem Programm und wird mit Mozarts Lauretanischer Litanei konfrontiert. Damit verabschiedet sich der Dirigent für diesmal jedoch, weil er mit der Probenarbeit zu „Don Giovanni“, der Eröffnungsvorstellung der Salzburger Festspiele, beginnen muß.
Hasse, Haydn, Händel Â
Die „Styriarte“ bleibt jedoch in der Familie. Philipp Harnoncourt führt Regie bei der szenischen Produktion, die das Festival heuer anzubieten hat. Man hat sich für Johann Adolf Hasse entschieden, jenen Meister, der die Barockoper neben Größen vom Format Georg Friedrich Händels am meisten beeinflußt hat und zu Zeiten vielleicht der berühmteste Komponist Deutschlands war. So bietet man heuer einen Einblick in die musiktheatralische Mode des Spätbarock: „Piramo e Tisbe“ stellt ein mythologisches Drama dar, für dessen Neuproduktion Philipp Harnoncourt einen adäquaten Ansatz finden will. Die Straßenbahnremise in Mariatrost wird aus diesem Anlaß zum styriarte-Festspielhaus (am 11., 13. und 15. 7.)
Überdies auf dem Programm: Österreichische Barockklänge von Johann Joseph Fux, ein frühes Werk, „Ressurezione“, und ein spätes, „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel, Gastspiele von „Giardino armonico“ und Jordi Savall, viel sogenannte Alte Musik also, ein wenig Klassik, aber auch die „Zwanzig Arten, das Jesuskind zu betrachten“ aus der Feder des Mystikers unter den Komponisten des 20. Jahrhunderts, Olivier Messiaen. Pierre-Laurent Aimard wird diese kontemplative, aber auch virtuose Herausforderung, die dieser anspruchsvolle Klavierzyklus darstellt, am 2. Juli annehmen.
Tip: Styriarte, Graz: Motto: „Â
den Blick nach oben“, 21. Juni bis 21. Juli
Info: 0316/825 000
Internet: www.styriarte.com