Tonkünstler: Krise oder neue Chancen?

Das NTO, das Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester, ist im Gerede, die Musiker verunsichert. Wird es zukünftig genug Geld geben für den Konzertbetrieb geben?

Etwa 2,2 Millionen Euro (30 Mill. Schilling) will das Land Niederösterreich ab 2002 seinem Tonkünstlerorchester als Subvention zur Verfügung stellen. Ein Drittel der bisherigen Zuwendungen. Davon, das ist selbst für Milchmädchen unschwer zu erraten, kann ein fast hundert Mann starkes Ensemble nicht leben. Schon gibt es Gerüchte: Man wolle in Hinkunft nur noch ein Kammerorchester betreiben, die Konzerttätigkeit reduzieren.

Alles anders, wissen die Verantwortlichen in St. Pölten, die ihren künftigen Orchester-Chefs garantiert haben, daß die Dotation des NTO hoch genug bleiben wird, um den gewohnten Betrieb - ein wenig anders gewichtet - aufrecht zu erhalten.

Während Gustav Danzinger, lange Jahre führendes Mitglied des NTO-Direktoriums, kürzlich seine Funktion zur Verfügung gestellt hat, weil er keine Chance auf eine gedeihliche Arbeit mehr sieht, blickt der designierte künstlerische Geschäftsführer, Johannes Neubert, zuversichtlich in die Zukunft. Demnächst wird die neue GmbH ihre Geschäfte aufnehmen. Neben Neubert fungiert Paul Gessl als kaufmännischer Geschäftsführer. Gessl ist auch für Festspielhaus und Donaufestival zuständig.

Er versichert: "Es gibt eine Bestandsgarantie für das 93-Mann-Orchester durch das Land für die kommenden drei Jahre." Sobald die Umstrukturierung der Führung vorgenommen sein wird und die GmbH die Geschäfte vom bisher aktiven Verein übernommen hat, wird man über künftige Finanzierungsmodelle nachdenken.

Sicher ist: Das Orchester soll in der bisherigen Größe erhalten bleiben, um seinen Aufgaben nachkommen zu können und sich neuen Aufgaben zuzuwenden. Ändern wird sich der Standort. Das Orchesterbüro übersiedelt von Wien nach St. Pölten, wo das Festspielhaus mit dem NTO in Hinkunft ein ständiges Ensemble parat hat.

Die traditionellen Sonntag-Nachmittagskonzerte im Wiener Musikverein will man auf jeden Fall beibehalten. Ebenso die Konzerte in den größeren niederösterreichischen Sälen. Möglicherweise werden die Konzerte in kleineren Orten in Hinkunft anders gestaltet. Möglicherweise winken im Festspielhaus auch endlich musiktheatralische Aufgaben. Jedenfalls ist vorgesehen, das NTO als Residenzensemble in St. Pölten zu etablieren.

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