Große Liedkunst: Man höre und staune!

Birgid Steinberger ist als quirliges Bühnentalent längst ein Liebling des Wiener Opernpublikums. Jetzt sang sie im Bösendorfersaal Lieder - und das war schlicht grandios.

Grandios schlicht war es auch. Als Steinberger, von Eduard Kutrowatz grundmusikalisch begleitet, im zweiten Teil Mahler und Volksliedbearbeitungen von Brahms sang, standen manchen Hörern die Tränen in den Augen. So natürlich, so echt empfunden ohne Gekünsteltheit gelingt das kaum einem Sänger.

Das liegt wohl daran, daß Birgid Steinberger ihren schönen Sopran perfekt beherrscht. Der Abend hätte auch unter dem Motto stehen können: Wie singe ich richtig. Allein die Sicherheit, mit der sie Stimmtimbre, Stil, Phrasierung zwischen Schubert und Hugo Wolf "umzupolen" versteht, ist stupend. Was sie an Textdeutlichkeit, blühender vokaler Linienführung und Vielfalt der charakterisierenden Farben leistet, ist beinahe singulär, erinnert an Zeiten, in denen das Liedersingen noch nicht zwischen sogenannten "typischen", mehrheitlich eintönig farblosen Spezialisten und nebenwerbsmäßig (und unbotmäßig ungeschlacht) aktiven Opernstars aufgeteilt war - sondern feinsinnig differenzierende Kunst.

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