Oleg Bryjak ist im Wiener "Ring", der Samstag mit der "Götterdämmerung" endet, wieder der stimmgewaltige Alberich. Ein kleines Porträt.
Geboren wurde er in Kasachstan. Fast klischeehaft begann er seine musikalische Laufbahn auf der Knopfharmonika. Aber bald entdeckte man die zu gewaltiger Expansion fähige Stimme. Als Baßbariton kam Oleg Bryjak in den Westen.
Ein Wettbewerbsieg in Stuttgart stand am Beginn seiner Karriere, die vom Badischen Staatstheater Karlsruhe über die Deutsche Oper am Rhein in die erste Liga der internationalen Häuser führte. Seit 1998 kennt man Bryjak in Wien, wo er oft mit beeindruckender Stimme und ebensolcher Charakterisierungskunst den Alberich singt.
"Ein bißchen schade ist es", meint Bryjak im Gespräch, "wenn man mich auf diese Rolle reduziert." Wenngleich er natürlich stolz ist, daß ihn auch Chicago für einen neuen "Ring" engagiert hat.
In Düsseldorf singt Bryjak Anfang Juni seinen ersten Hans Sachs in den "Meistersingern", um auch einmal in die freundlicheren Wagner-Dimensionen einzudringen. Als dämonischen Telramund hat man ihn auch in Wien schon bewundert. "Aber ich habe ja auch den Amonasro mit Erfolg hier gesungen", kommentiert der Bariton, "und den größten Applaus habe ich vielleicht, als Mustafa in Rossinis ,Italienerin in Algier' geerntet". Damals bescheinigte ihm die deutsche Kritik, daß er die feinsinnigen Anforderungen dieses Genres nicht nur als Komödiant, sondern auch mit seiner großen Stimme souverän gemeistert hat.
Träume? "Aber ja", sagt Bryjak, "den Barak in der ,Frau ohne Schatten', den La Roche im ,Capriccio', wenn wir im deutschen Repertoire bleiben wollen, unbedingt aber auch Verdis ,Simon Boccanegra'". Und auch dessen "Macbeth" womit wir wieder (wie heute abend in der Staatsoper) bei den Finsterlingen wären. . .