Qual der Wahl: Wiens Konzertsaison 2002/03

Wiens Konzertveranstalter, Musikverein und Konzerthaus, präsentierten ihre Saison-Programme für 2002/03. Das Musikleben bleibt hochkarätig und wird bunter als je zuvor.

Neue Programmideen präsentierte Musikvereins-Generalsekretär Thomas Angyan für kommende Saison: An die Stelle des "Internationalen Orchester- und Chorzyklus", der vor Jahrzehnten den Karajan-Zyklus ablöste, tritt ab 2002/03 das "Goldene Musikvereinsabonnement".

Die üblichen Doppelkonzerte werden von zwei unterschiedlich programmierten Konzertreihen luxuriösen Zuschnitts abgelöst, bei denen Dirigenten wie Christian Thielemann, Daniel Barenboim, Mariss Jansons, Simon Rattle und Riccardo Muti sowie Solisten wie Maurizio Pollini und Gil Shaham den Ton angeben. Im übrigen will Angyan die von ihm favorisierten Dirigenten Jansons, Franz Welser-Möst und Fabio Luisi weiter besonders forcieren. So wird Möst etwa Haydns "Jahreszeiten" und ein Sonderkonzert der Wiener Philharmoniker mit Beethovens "Missa solemnis" dirigieren.

Nach dem großen Erfolg beim Einspringen im Vorjahr bekommt auch der junge Österreicher Christian Arming eine weitere Chance. Die Jugendförderung hat mit Zyklen wie den "Rising Stars" ihren auch mit dem Konzerthaus und internationalen Veranstaltern abgestimmten Platz.

Mehr Angebote für Kinder

Lorin Maazel absolviert in Wien seine Abschiedskonzerte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Simon Rattle wiederholt exklusiv im Musikverein sein Debüt-Konzert als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker - womit die Reihe nach dem Abschiedskonzert Claudio Abbados sinnvoll fortgesetzt und die besondere Verbundenheit dieser Künstler zum "Goldenen Saal" demonstriert wird.

In den gewohnten Musikvereinszyklen finden sich etliche Raritäten und Werke des 20. Jahrhunderts. Ein kleiner Schwerpunkt gilt auch der Musik Carl Maria von Webers, der, wie Angyan meint, in der Regel unter seinem Wert geschlagen wird.

Großen Zuspruchs erfreuen sich auch die Zyklen für Kinder wie "Capriccio" oder "Allegretto". Der Musikverein ergänzt dieses Angebot nun durch einen "Familienzyklus" mit Künstlern wie Paul Badura-Skoda und Mariss Jansons. Bewährt haben sich auch Probenbesuche von Schulklassen, wobei man sich besonders darüber freut, daß die Jugendlichen auch bei Kammermusik gespannt lauschen; vor allem wenn sie von Claus Christian Schuster eloquent kommentiert wird. Die öffentlichen Zuwendungen für den Konzertbetrieb im Musikverein werden nicht angehoben. Somit werde, betont Angyan, eine Eigendeckung von 95 Prozent erreicht.

Vielfalt im Konzerthaus

Gleich bleiben die Subventionen auch beim zweiten großen Wiener Konzertveranstalter. Das Wiener Konzerthaus lockt in der kommenden Spielzeit unter anderem mit Extrakonzerten der Wiener Philharmoniker, nicht zuletzt mit einem "Proms"-Konzert unter Nikolaus Harnoncourt und einer eigenen Reihe zur Feier von Daniel Barenboims 50-Jahr-Jubiläum. Vor einem halben Jahrhundert hat der Pianist und Dirigent sein erstes Wiener Konzert gegeben. Barenboim ist überdies in einem der beiden Pianisten-Zyklen des Konzerthauses vertreten, die heuer neben Abenden mit Ivo Pogorelich oder Grigorij Sokolov auch das Wien-Debüt von Arcadi Volodos bringen.

Fortgesetzt wird die Reihe der konzertanten Aufführungen von Opern mit Raritäten wie Händels "Giulio Cesare" unter Marc Minkowski oder d'Alberts "Tiefland" unter Bertrand de Billy. Schwerpunkte gelten im Konzerthaus nicht nur der sogenannten Klassik, sondern auch den vom Publikum bestens angenommenen Zyklen mit Jazz-, Ethno- und Volksmusikkonzerten, bei denen unter anderem Wynton Marsalis und das Lincoln Center Jazz Orchestra gastieren. Erstmals als eigenes Abonnement wird die Reihe "Film + Musik live" geführt.

Fortgesetzt wird der im ersten Jahr vollständig ausverkaufte Zyklus der "Symphonia Schrammeln". Lesungen, Vorträge, Nachwuchs- und Mittagskonzerte ergänzen das vielseitige Angebot.

www.musikverein.at
www.konzerthaus.at

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